Das alles findet ihr auf dieser Seite:

Mit der Pille wurde das Zeitalter der scheinbar perfekten Verhütung eingeläutet. Ein Segen, sich keine Gedanken mehr um Verhütung machen zu müssen. Das Leben lässt sich planen. Kinderkriegen kommt da nicht in die Quere.
Perfekt!
Leider macht nicht jede Frau durchweg positive Erfahrungen damit!

imageMein Erfahrungsbericht soll dazu dienen, anderen Frauen Nebenwirkungen aufzuzeigen, die sie ansonsten nicht mit der Verhütung in Verbindung gebracht hätten.
Es gilt allerdings zu betonen, dass mein Bericht die hormonelle Verhütung nicht generell „schlecht machen“ soll. Es gibt viele positive Aspekte hormoneller Kontrazeptiva.
Er stellt lediglich meine subjektive Erfahrung dar und soll andere Frauen zum Nachdenken anregen! Jede Frau muss individuell die beste Methode zur Verhütung finden.

„Verhütung & Co.“ – Inhaltsübersicht

Vorwort – Das eigentliche Problem mit der Verhütung
Wie und wann genau kommt es im weiblichen Körper zu einer Schwangerschaft?
Wie gut schützen Verhütungsmittel vor einer Schwangerschaft? Der Pearl-Index.
Welche Verhütungsmethoden gibt es? Wie werden sie eingeteilt?
Spiralen zur Verhütung! Die Varianten und ihre Unterschiede!
Verhütung! – Was passt für mich? – Ganz individuell!
Die Problematik von Verhütungsleiden
Symptothermale Verhütung nach Sensiplan – auch zum Kinderwunsch!
Verhütungscomputer und Apps – Machen sie wirklich Sinn?

Erfahrungsbericht Teil 1Erster Kontakt zur Pille
Erfahrungsbericht Teil 2Von der Östrogen- zur Gestagenpille
Erfahrungsbericht Teil 3Meine Nebenwirkungen der Pille
Erfahrungsbericht Teil 4Wirkung- und Nichtwirkung der künstlichen Hormone im Körper
Erfahrungsbericht Teil 5Die ernüchternde Sache mit den Beipackzetteln
Erfahrungsbericht Teil 6Mein persönliches Fazit zur hormonellen Verhütung
Erfahrungsbericht Teil 7Alternative Verhütung (NFP)
Erfahrungsbericht Teil 8 – Über die sture Nicht-Behandelbarkeit von Zyklusstörungen
Erfahrungsbericht Teil 9 – Die Kupferspirale
Erfahrungsbericht Teil 10 – Endstation Verhütungsodyssee

image Verhütungscomputer Cyclotest myWay / myPlan

Frage und Antwort:
Menstruation? Wie stark ist normal?
Menstruationstasse statt Tampons und Binden? – Eklig oder mögliche Alternative?
Kupferspirale! Haarausfall und andere Nebenwirkungen?
Zyklusunregelmäßigkeiten! Was ist noch normal? Was bedeutet das für die NFP?
Was es zu wissen gibt über: Die Pille danach

Meine Top-10 Suchbegriffe: Diagnosesteller Google – Ein zweischneidiges Schwert

Bei Fragen und Anregungen hinterlasst gerne einen Kommentar! 🙂

Advertisements

Kupferspirale! Haarausfall und andere Nebenwirkungen?

image
Die Kupferspirale ist ein bequemes Langzeitverhütungsmittel. Ist sie erst einmal eingesetzt, muss man sich, von Kontrolluntersuchungen abgesehen, keine Gedanken mehr darum machen. Nebenwirkungen werden in der Arztpraxis meist nur wenige angesprochen. Denn im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmitteln und Hormonspiralen greift eine Kupferspirale nicht aktiv in den Hormonhaushalt ein. Sie beeinflusst also nicht den natürlichen Zyklus – im Regelfall!Leider kann auch eine Kupferspirale mehr Nebenwirkungen verursachen als nur Regelbeschwerden und Zwischenblutungen. So kommt es, dass Frauen Veränderungen an ihrem Körper feststellen und sich meist vergeblich fragen, ob sie mit der Kupferspirale zusammenhängen. :/ Im Internet kursieren dahingehend jede Menge Suchanfragen. Ich habe im Folgenden eine Top-10 Liste der Suchbegriffe zusammengestellt, die ich im Zusammenhang mit der Kupferspirale in den letzten zwei Jahren beobachten konnte:

  • „Haarausfall durch Kupferspirale“
  • „Eisenmangel/Anämie nach Kupferspirale“
  • „Schwindel bei Kupferspirale“
  • „Muskel- und Gelenkschmerzen nach Kupferspirale“
  • „Schilddrüsenunterfunktion durch Kupferspirale“
  • „Starke Blutungen von Kupferspirale“
  • „Ständig Müde, schlapp, Erschöpfung mit Kupferspirale“
  • „Kopfschmerzen von Kupferspirale“
  • „Zyklusstörungen/Prämenstruelles Syndrom (PMS) mit Kupferspirale“
  • „Polyzystische Ovarien (PCO) wegen Kupferspirale“

Wie passt das alles zusammen? Ist es nur Einbildung, dass sich so viele Frauen ein und dasselbe fragen oder steckt mehr dahinter? Eine rasche und eindeutige Antwort ist nicht so leicht zu finden. Deshalb möchte ich etwas Licht in diese an sich recht simple Angelegenheit bringen.

Obwohl die Kupferspirale im allgemeinen gut vertragen wird und ihr Repertoire an Nebenwirkungen im Vergleich zu hormonellen Methoden eher gering ausfällt, kann eine Kupferspirale unter Umständen trotzdem unerwünschte Begleiterscheinungen herbeiführen.
Mitunter eine der häufigsten Nebenwirkungen bei einer Kupferspirale ist eine verstärkte Regelblutung. Gleiches gilt für IUPs (=intrauterine Einlagen) identischen Wirkprinzips wie beispielsweise die Kupferkette oder der Kupferball.
Nicht in jedem Fall ist die Blutung auffallend stärker, so dass zwar mehr Hygieneartikel benötigt werden, die kräftigere Blutung jedoch nicht wirklich bewusst wahrgenommen wird. Die genaue Einschätzung der Sachlage – „Wurde meine Periode mit dem Einsetzen der Kupferspirale stärker oder nicht?“ – ist für eine Frau nicht immer eindeutig möglich! Im Regelfall liegen keine genauen Angaben in Millilitern zu vorher und nachher vor.


Fakt:
Eine stärkere Regelblutung unter der Kupferspirale ist leider keine Seltenheit! 

Was bewirkt nun eine stärkere Regelblutung?
Im Optimalfall kann der Körper den Blutverlust kompensieren und es kommt zu keiner Beeinträchtigung! 👍
Führen die Regelblutungen jedoch zu einem größeren Verlust des Spurenelements Eisen als der Körper über die Nahrungszufuhr ausgleichen kann, nagt dies am körpereigenen Eisenspeicher (Ferritin). Es kommt zu einem Eisendefizit! 😦
Abhängig von der Menge des körpereigenen Eisenvorrats und dem Ausmaß des Eisenverlusts, führen die Regelblutung mehr oder weniger schnell zu einem Eisenmangel.
Nun ist Eisen ein essentielles Spurenelement, das nicht selbst vom Körper gebildet werden kann, also von außen über die Nahrung zugeführt werden muss, und an wichtigen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt ist.
In erster Linie verbindet man mit einem Eisenmangel die umgangssprachliche „Blutarmut“ (=Anämie), da Eisen eine wesentliche Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen und dem Sauerstofftransport spielt. Allerdings ist der Begriff ‚Eisenmangel‘ NICHT gleichbedeutend mit einer Anämie, jedoch ist der Eisenmangel mitunter eine der häufigsten Ursachen einer Anämie! Bei einem anhaltenden Eisendefizit liegt zunächst ein Eisenmangel ohne Anämie vor; erst im späteren Verlauf, wenn das monatliche Defizit im Eisenhaushalt bestehen bleibt, kommt es zu einer Eisenmangelanämie (Eisenmangel mit Anämie), begleitet von Schwächegefühlen und auffallender Müdigkeit. 😴 Leider geht auch ein Eisenmangel ohne Anämie unter Umständen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Verlusten in der Lebensqualität einher, denn für den Energiestoffwechsel ist ein ausreichendes Eisenangebot unerlässlich. Kognitive Leistungsstörungen, d.h. Einbußen im Denkvermögen mit Konzentrationsschwierigkeiten und Lernschwächen, stehen damit im direkten Zusammenhang.
Eisen spielt im Körper noch weitere Rollen. So ist es als wichtiger Mineralstoff an einigen enzymatischen Prozessen im Körper beteiligt, darunter auch im Knochensystem und bei der Schilddrüsenhormonsynthese. Außerdem wirkt Eisen bei der Synthese von Kollagen mit, dem Hauptbestandteil des Bindegewebes (Knochen, Knorpel, Sehnen, Bänder) und ist bedeutend für ein gesundes Haarwachstum.


Fakt:
Eine stärkere Regelblutung als häufige Nebenwirkung durch die Kupferspirale kann zu einem Eisenmangel und dadurch zu weiteren Nebenwirkungen führen, die mit diesem Eisenmangel korrelieren.

Ein Eisenmangel macht sich in verschiedenen körperlichen Symptomen bemerkbar:

  • Haarausfall, eventuell mit Trichodynie (Haarschmerz)
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsschwäche
  • geringere Belastbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Mundwinkelrhagaden (eingerissene Mundwinkel)
  • Infektanfälligkeit

Bei fortgeschrittenem Eisenmangel, der bereits zu Störungen bei der Bildung roter Blutkörperchen führt, finden sich zusätzlich die typischen Symptome einer Anämie:

  • Schwindel
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • erhöhter Puls/Herzklopfen
  • Blässe

Schön und gut! Das erklärt bisher die meisten Symptome, nach denen Frauen mit einer Kupferspirale suchen. Doch was hat es mit Zyklusstörungen oder Muskel- und Gelenkschmerzen auf sich? Das hat nun wirklich nichts mit einer Kupferspirale zu tun! Oder etwa doch?

Sind Zyklusstörungen durch die Kupferspirale möglich?
Aufgrund eines eisenabhängigen Enzyms der Schilddrüse, der sogenannten Thyreoperoxidase, kann ein Eisenmangel zu einer Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion (Umwandlungsstörung von T4 in T3) führen, was sich in einer Unterfunktion äußert. Da der weibliche Hormonhaushalt eng mit der Schilddrüse verknüpft ist, sind Zyklusstörungen und Beschwerden hormoneller Natur (prämenstruelles Syndrom, polyzystische Ovarien) nicht ausgeschlossen.
Das gestörte hormonelle Zusammenspiel hat Einfluss auf den Bewegungsapparat, beispielsweise bei der Bildung von Gelenkschmiere. Auch die Muskulatur steht in einer Wechselwirkung mit den weiblichen Geschlechtshormonen. Zyklusstörungen können Muskel- und Gelenkschmerzen daher begünstigen. Zum Zeitpunkt des Eisprungs (zirka Zyklusmitte) und um die Periode herum, wenn der Hormonpegel von Östrogen und Progesteron naturgemäß besonders niedrig ist, treten Beschwerden des Bewegungsapparates gehäufter auf. Ein Progesteronmangel, wie bei Zyklusstörungen nicht unüblich, wirkt sich darüber hinaus ungünstig auf solche Wehwehchen aus. Viele Frauen beobachten deshalb, dass Muskel- und Gelenkschmerzen zyklusabhängig variieren.
Wir merken also, ein negativer Rückkopplungsmechanismus des Eisenmangels auf die Schilddrüse verursacht mitunter Nebenwirkungen, die der Kupferspirale von offizieller Seite eigentlich abgeschworen werden:

  • Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
  • Zyklusstörungen
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Polyzystische Ovarien
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Mal wieder wird deutlich, wie komplex die Vorgänge im menschlichen Körper sind, allem voran der hormonelle Regelkreis. Damit sind die Auswirkungen durch die Kupferspirale letztendlich nicht immer offensichtlich!

Fakt: Obgleich die Kupferspirale nicht aktiv in den Zyklus eingreift, kann sie dennoch indirekt ursprünglicher Auslöser von Zyklusstörungen und damit verbundenen Beschwerden sein.

image
Gerade unter dem durch den Eisenmangel hervorgerufenen Haarausfall leiden viele Frauen besonders. Da der Haarausfall erst Wochen bis Monate nach dem Legen der Kupferspirale einsetzt, werden die richtigen Zusammenhänge nicht so leicht gezogen. Das leidige Phänomen des Haarverlusts verstärkt sich, wenn der Eisenmangel weiterhin bestehen bleibt. Das Kopfhaar wird licht und die Frauen verzweifeln insgeheim daran. 😦


Fakt:
Ein Eisenmangel stellt insbesondere bei Frauen eine häufige Ursache für diffusen Haarausfall dar!

Ist man Trägerin einer Kupferspirale und leidet unter Haarausfall oder anderen Symptomen, die man vorher nicht an sich beobachtet hatte, sollte man sich die Kupferspirale selbstverständlich nicht aufgrund eines vagen Verdachts ziehen lassen. Schließlich war die Einlage mit Kosten verbunden! Hegt man den begründeten Verdacht, dass die körperlichen Beschwerden mit einer Kupferspirale zusammenhängen, sollte man zunächst beim Arzt seines Vertrauens andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen und vorsorglich eine Kontrolle der Eisen- und Schilddrüsenwerte in die Wege leiten.
Hat das Speichereisen (Ferritin) durch die starken Regelblutungen die Tendenz zum Sinken, hat man höchstwahrscheinlich die Ursache für die Beschwerden gefunden. Am aussagekräftigsten zur Beurteilung dieser Tendenz sind mindestens zwei Werte im Abstand von einigen Monaten. Parallel zum Speichereisen sollten die Entzündungswerte geprüft werden, da bei Entzündungen der Ferritin-Wert verfälscht und zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels wenig aussagekräftig sein kann.

Hinweis zur Laborkontrolle: Sowohl ein beginnender Eisenmangel (isolierter Eisenmangel ohne Anämie) als auch eine versteckte Schilddrüsenunterfunktion (latente Hypothyreose) werden bei der Diagnostik leider leicht übersehen! Das übliche Problem bei der Eisenkontrolle ist die Großzügigkeit des Normbereichs! So liegt der Normbereich von Ferritin (Speichereisen) bei 13-150 ng/ml. Von Labor zu Labor variiert dieser Normbereich etwas. Nun ist der Normbereich leider nicht gleichbedeutend mit einem individuellen Idealbereich!
In einem Artikel des ‚Deutschen Ärzteblatts‘ bezüglich diffusen Haarausfalls heißt es, dass Ferritin-Werte unter 40 ng/ml mit diffusem Haarausfall einhergehen und auch bei Werten zwischen 40 bis 70ng/ml Haarverluste festzustellen sind.
So gesehen kann aus allgemeinmedizinischer Sicht das Ferritin durchaus im unteren Normalbereich liegen, obwohl ein eisenmangelbedingter Haarausfall besteht.
Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion sollten TSH-Werte im sogenannten ‚Übergangsbereich‘ beobachtet werden und begleitende Symptome wie Abgeschlagenheit, Haarausfall, Kopfschmerzen, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, Zyklusstörungen o.a. beim Arztbesuch zur Sprache kommen.

Ganz wichtig:
Eisenpräparate sollen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden! Wie bei vielem im Leben ist zu viel selten gut! Überschüssiges Eisen hat eine zellschädigende Wirkung und kann dem Körper schaden. Zudem nutzen Bakterien das Eisen zur Vermehrung. Von einer eigenmächtigen Behandlung ohne Laborkontrolle durch den Arzt sei dringend abgeraten!

Wenn die durch die Kupferspirale negative Eisenbilanz auf sinnvollem Weg nicht ausgeglichen werden kann, entscheidet der behandelnde Arzt, ob die Kupferspirale zugunsten der körperlichen Gesundheit entfernt werden muss. 😐

Was kann ich tun, um bei der Neigung zu Eisenmangel meinen Eisenhaushalt zu unterstützen?

  • Eisenhaltige Nahrungsmittel sollten auf dem Speiseplan stehen, nach Möglichkeit nicht nur pflanzliche, sondern auch tierische, da in letzteren das Eisen in bioverfügbarer Form (Häm-Eisen) vorliegt und besser aufgenommen werden kann.
  • Manche Substanzen hemmen die Eisenresorption! Hierzu gehören kalziumhaltige Nahrungsmittel wie Milch und Käse und auch Polyphenole aus Tee und Kaffee.
  • Vitamin C begünstigt die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen (Nicht-Häm-Eisen) und verbessert die Eisen-Absorption, also eher ein Glas Orangensaft zu den Mahlzeiten anstatt Kaffee.


Quellen:

‚Der Einfluss von Eisenmangel auf die Schilddrüsenfunktion‘ von Gernot Johannes Lorenz
Deutsches Ärzteblatt 1999; Haarausfall und Umwelteinflüsse; Mühlendahl, Karl Ernst von; Ständer, Hartmut; Traupe, Heiko

Welche verschiedene Spiralen zur Verhütung gibt es?

Eine Spirale zur Verhütung erfreut sich wiederkehrender Beliebtheit, hauptsächlich seit die althergeholte Pille durch traurige Schicksalsschläge und dem sich anschließenden „Shitstorm“ durch die Presse ihren guten Ruf verlor. Eigentlich ist die Auswahl einer passenden Spirale keine komplizierte Sache! Leider wird es den Frauen durch eine Vielzahl an Begriffen nicht leicht gemacht.
Als da wären:

  • Hormonspirale
  • Verhütungsschirmchen
  • Mini-Spirale
  • Kupferspirale
  • Kupferkette
  • Kupferball
  • Goldspirale
  • Silberspirale

Bei all diesen Bezeichnungen handelt es sich um intrauterine Einlagen (intra=in, uterus=Gebärmutter), auch Intrauterinpessar, kurz IUP genannt. Kein Wunder, dass viele Frauen ob dieser Begrifflichkeiten verunsichert sind. Irritierend ist beispielsweise, dass manche Ärzte von einer „Mini-Spirale“ sprechen und damit die kleinere Hormonspirale „Jaydess“ oder „Kyleena“ meinen, andere Ärzte dagegen die „GyneFix 200“ damit in Verbindung bringen – zwei völlig unterschiedliche Stiefel!!! Im medizinischen Bereich bevorzuge ich eine unmissverständliche Ausdrucksweise. Schließlich geht es hier um die Frauengesundheit!
Ein individuelles Beratungsgespräch beim Frauenarzt ist unvermeidlich. Wer sich bereits im Vorfeld informiert, kann aus dem erfahrungsgemäß knapp gehaltenen Sprechstundengespräch mehr herausholen und mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gute Wahl treffen.

Ich möchte in diesem „Kapitel“ in einfacher Form die wichtigsten Details zu Verhütungsspiralen klären. Die Unterschiede sind gar nicht kompliziert, denn trotz vieler verschiedener Begriffe lassen sich die Spiralen in lediglich zwei Gruppen einteilen. Aber dazu später mehr.

Beginnen wir mit den Gemeinsamkeiten aller Einlagen!

Bei allen intrauterinen Einlangen sind mehrere Arztbesuche notwendig, da eine Spirale nicht selbst eingeführt werden kann, sondern vom Frauenarzt in die Gebärmutterhöhle eingesetzt werden muss. Es ist eine Voruntersuchung notwendig, ein Termin für das Einsetzen, gefolgt von wiederkehrenden Kontrolluntersuchungen und je nach Liegedauer der Spirale ein weiterer Besuch für das Entfernen oder Austauschen der Einlage.

Bei der Voruntersuchung wird die Gebärmutter auf ihre „Tauglichkeit“ für die Einlage überprüft, denn jede Gebärmutterhöhle ist anatomisch ein wenig anders. Manchmal spricht aus medizinischer Sicht etwas gegen eine Spirale. Eine Einlage muss zur Dimension der Gebärmutterhöhle passen, da die meisten Beschwerden durch ein Missverhältnis der Einlage zur Gebärmutterhöhle resultieren! Gerade junge Frauen mit eher kleiner Gebärmutter sind von diesem Problem betroffen.
Teil der Voruntersuchung ist auch ein Abstrich zum Ausschluss von Infektionen.

Das Einlegen der Spirale erfolgt meistens während der Menstruation nach Einnahme eines oral verabreichten Schmerzmittels. Zu diesem Zeitpunkt ist der Muttermund etwas geöffnet, was von Vorteil ist. Zwar kann eine Einlage auch zu jedem anderen beliebigen Zeitpunkt im Zyklus eingesetzt werden, doch muss in diesem Fall eine mögliche Schwangerschaft ausgeschlossen werden. In manchen Fällen, hauptsächlich, wenn noch kein Kind geboren wurde, kann das Einsetzen auch unter Lokalanästhesie (örtliches Betäubungsmittel ohne Bewusstseinseinträchtigung) erfolgen.
Möchte eine Frau die Spirale nach der Geburt ihres Kindes legen lassen, ist dies erst möglich, nachdem sich die Gebärmutter nach einigen Wochen vollständig zurückgebildet hat.

Bei dem Einsetzen der Spirale handelt es sich um einen „kleinen Eingriff“ in den Körper. Es gibt Risiken und mögliche Nebenwirkungen, die der Frau erläutert und deren Kenntnisnahme schriftlich bestätigt werden müssen. Risiken und Nebenwirkungen sind unter anderem Infektionen der inneren Genitalien, Durchstoßen der Gebärmutterwand und Abstoßung der Einlage.

Direkt nach der Einlage wird der korrekte Sitz per Ultraschall überprüft. Die erste Kontrolluntersuchung erfolgt optimaler Weise nach der nächsten Menstruation, also nach zirka vier Wochen. Weitere Kontrolluntersuchungen erfolgen halbjährlich oder jährlich.

In den ersten Tagen nach dem Einsetzen sollte auf Geschlechtsverkehr, die Verwendung von Tampons und Menstruationstassen und Schwimmen bzw. Baden verzichtet werden. Es ist empfehlenswert, sich das Datum der Einlage zu notieren und den Beipackzettel der Spirale zum späteren Nachschlagen von Informationen (z.B. der Produktname, Liegedauer usw.) aufzubewahren.

Obwohl die modernen Einlagen von heute nicht mit den Kupferspiralen von früher gleichzusetzen sind, halten sich einige negativen Vorurteile hartnäckig. So gibt es heutzutage auch Spiralenmodelle für jüngere Frauen. Auch sind die Rückholfäden der heutigen Einlagen so konzipiert, dass die Wahrscheinlichkeit für eine aufsteigende Infektion so gering wie möglich ist. Die größte Gefahr für Infektionen sehe ich eher beim Vorgang des Einsetzens, wenn unsauber gearbeitet wird. Deshalb treten die meisten Unterleibsinfektionen in den ersten Wochen nach dem Einlegen der Spirale auf. In seltenen Fällen kann eine Unfruchtbarkeit durch eine Infektion resultieren.

Jede Einlage besitzt einen Rückholfaden, der ein wenig aus dem Muttermund herausragt und ein einfaches Entfernen oder Austauschen der Spirale ermöglicht. Manche Frauen können diesen Rückholfaden selbst ertasten. Es kann auch vorkommen, dass der Partner beim Geschlechtsverkehr diesen Faden mit seinem Glied spüren kann. Im Regelfall stört der Faden jedoch überhaupt nicht. Entgegen mancher Vorstellungen ragt die Spirale selbst nicht in die Scheide hinein.

Intrauterine Einlagen dienen der Langzeitverhütung und können je nach Modell 3-10 Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Selbstverständlich kann die Einlage jederzeit vor Ablauf der maximalen Liegedauer durch den Frauenarzt entfernt werden. Nach dem Entfernen der Einlage wird diese auf ihre Vollständigkeit überprüft.

Der große Vorteil bei Spiralen liegt in der sicheren Verhütung und der schlichten Tatsache, dass man sich neben den Kontrolluntersuchungen nicht mehr um die Verhütung kümmern muss. Anwendungsfehler wie z.B das „Vergessen“ einer Pille gibt es bei dieser Verhütungsform nicht. Magen-Darm- Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen haben keinen Einfluss auf die Sicherheit. Der Pearl-Index bei den verschiedenen Spiralen liegt vergleichsweise zu anderen Verhütungsmittel (z.B. Kondom) relativ dicht beieinander.

Der Nachteil liegt in der möglichen Unverträglichkeit der intrauterinen Einlage. Lässt man die Einlage aufgrund von Beschwerden frühzeitig wieder entfernen, geht ein Teil der Investition – 200 bis 350 Euro, je nach Art der Spirale – verloren.

Selbstverständlich schützt eine Einlage nicht vor Geschlechtskrankheiten. Auf ein Kondom darf im Zweifelsfall nicht verzichtet werden.

Nun, da wir die Gemeinsamkeiten aller Spiralen besprochen haben, kommen wir zur wesentlichen Unterscheidung.
Spiralen zur Verhütung lassen sich in folgende zwei Gruppen einteilen:

  • Spiralen auf hormoneller Basis
  • Spiralen auf kupferbasierender Wirkung

Möchte man mit einer Spirale verhüten, sollte man die Vor- und Nachteile beider Gruppen kennen, um sich sinnvoll für eine Variante entscheiden zu können. Manchmal sprechen individuelle Gründe gegen oder für eine Variante. Deswegen sollten beim Frauenarzt etwaige körperliche Besonderheiten angesprochen werden, denn was der Arzt nicht weiß, kann er auch nicht berücksichtigen.

Spiralen auf hormoneller Basis:
Hormonspiralen bestehen aus einem T-förmigen Kunststoffkörper mit einem Hormondepot, das kontinuierlich ein Gestagen (Levonorgestrel) abgibt. Östrogene sind keine enthalten (wie auch im Verhütungsstäbchen, der Mini-Pille oder der Dreimonatsspritze).
Im Wesentlichen kommt es durch die Hormoneinwirkung zu einer Verdickung des Gebärmutterschleims, was gegenüber den Spermien wie eine Barriere wirkt und ihr Vorankommen erschwert. Zusätzlich wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt und das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindert.
Die Hormonspirale ist auch unter dem Begriff „Verhütungsschirmchen“ bekannt. Manche Ärzte sprechen bei bestimmten Modellen auch von einer „Mini-Spirale“. Solch irreführende Begriffe kann ich nicht begrüßen, da sie der eigentlichen Wirkweise der Hormonspirale nicht gerecht werden und bei Frauen womöglich falsche Vorstellungen wecken.

Vorteile einer Hormonspirale:

  • Sie enthalten keine Östrogene und sind für Frauen geeignet, die keine Östrogene nehmen dürfen (z.B. bei bestimmten Gerinnungsstörungen, während der Stillzeit).
  • Es kommt meist zu einer schwächeren, weniger schmerzhaften oder ganz ausbleibenden Monatsblutung. Frauen mit starker Menstruation profitieren von diesem Effekt.

Nachteile einer Hormonspirale:

  • Es handelt sich um einen Eingriff in den Hormonhaushalt, der u.a. den Zyklus beeinflussen kann.
  • Die Wirkstoffabgabe erfolgt zwar lokal in der Gebärmutter, allerdings ist die „lokale Wirkung“ nicht gleichbedeutend mit „auf die Gebärmutter begrenzt“, was selbstverständlich die Gefahr von Nebenwirkungen mit sich bringt. (Hinweis: bei manchen Frauenärzten klingt das anders, was leider einer Täuschung gleichkommt; wer es nicht glaubt, möge einfach einen Beipackzettel konsultieren)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Frauen) sind unter anderem Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, verstärkte, verminderte oder ausbleibende Blutungen, Schmierblutungen.
  • Häufige Nebenwirkungen (1-10 von 100 Frauen) sind unter anderem Depressionen, verminderte Libido, Migräne, funktionelle Eierstockzysten (verschwinden meist von selbst), Brustspannen, Ausstoßung der Spirale.
  • Die Größe der Spirale passt nicht immer ideal zur Gebärmutterhöhle (kaum Modellvarianten verfügbar).
  • Sie kann verrutschen, meist in den ersten Monaten bis einem Jahr.
  • Zur Notfallverhütung ist eine Hormonspirale nicht geeignet (wird die Hormonspirale nicht zum Zeitpunkt der Menstruation eingelegt, ist der Verhütungsschutz erst nach Ablauf von sieben Tagen gewährleistet).

Hormonspiralen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die sich anhand ihrer Größe, der Wirkstoffmenge und ihrer maximalen Liegedauer unterscheiden:

  • Mirena*, 52 mg Levonorgestrel, Liegezeit 5 Jahre, Größe 32×32mm
  • Kyleena, 19,5 mg Levonorgestrel, Liegezeit 5 Jahre, Größe 28x30mmm
  • Jaydess, 13,5 mg Levonorgestrel, Liegezeit 3 Jahre, Größe 28x30mm

* Für junge Frauen, die noch nicht geboren haben, ist Mirena keine Methode der ersten Wahl, da sie oft schlicht zu groß ist.

Spiralen auf kupferbasierender Wirkung:
Bei Spiralen auf Kupferbasis wird die verhütende Wirkung durch eine kontinuierliche Freisetzung von Kupfer-Ionen gewährleistet. Die Beweglichkeit der Spermien wird gehemmt und die Gebärmutterschleimhaut insofern beeinflusst, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Vorteile einer Spirale auf kupferbasierender Wirkung:

  • Es erfolgt kein direkter Eingriff in den Hormonhaushalt und der Zyklus wird nur in seltenen Fällen über negative Rückkopplungsmechanismen durch verstärkte Regelblutungen beeinträchtigt.
  • Kann zur Notfallverhütung genutzt werden, spätestens fünf Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
  • Der Verhütungsschutz ist direkt nach dem Einsetzen gegeben.

Nachteile einer Spirale auf kupferbasierender Wirkung:

  • Sehr häufig kommt es zu Zwischenblutungen und verlängerten Blutungen in den ersten Monaten.
  • Eine häufige Nebenwirkung ist eine generell verstärkte Regelblutung mit der Gefahr von Eisenmangel, der den Körper als Ganzes beeinflusst!
  • Für Frauen mit stärkerer Regelblutung nur bedingt geeignet.
  • Es besteht eine erhöhte Tendenz zu Unterleibskrämpfen und Regelbeschwerden.

Entscheidet man sich für eine Spirale auf Kupferbasis, sollte man wissen, dass die Forschung in den vergangenen Jahren unterschiedliche Varianten auf den Markt gebracht hat, die sich in ihrer äußeren Form und/oder der Metallzusammensetzung unterscheiden.

  • Kupferspirale
  • Goldspirale (eigentlich Goldkupferspirale)
  • Silberspirale (eigentlich Silberkupferspirale)
  • Kupferkette (GyneFix)
  • Kupferball (IUB=intrauterine ball)

Die Kupferspirale/Goldspirale/Silberspirale:
Eine Kupferspirale besteht gleichsam wie die Hormonspirale aus einem Kunststoffkörper mit flexiblen Ärmchen, welche die Einlage in der Gebärmutterhöhle halten. Unterschiedliche Größen wie beispielsweise ‚Mini‘ oder ‚Kurz‘ weiten den Kundenkreis auch auf jüngere Frauen mit kleinerer Gebärmutter aus.
Die klassische Kupferspirale besitzt einen reinen Kupferdraht, der spiralförmig um den Kunststoffkörper gewickelt ist und Kupfer-Ionen abgibt.
Mittlerweile gibt auch Kupferspiralen, die eine weitere Metallkomponente besitzen, nämlich Gold oder Silber. Bei diesen speziellen Legierungen ist die verhütende Wirkweise über Kupfer-Ionen identisch, jedoch bewirkt die Edelmetallkomponente zusätzlich mikrogalvanische Prozesse, welche die Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien weiter herabsetzen sollen. Außerdem wird die Metalloberfläche einer Gold- bzw. Silberspirale auch nach längerer Tragedauer nicht brüchig und besitzt eine bakterizide und fungizide Wirkung. Ob diese zusätzlichen Eigenschaften in der Praxis tatsächlich von Mehrwert sind, ist nicht ausreichend geklärt.

Vorteile einer Kupfer-, Gold- oder Silberspirale:

  • Das Einsetzen wird nahezu von jedem Frauenarzt vorgenommen.

Nachteile einer Kupfer-, Gold- oder Silberspirale:

  • Ihr T- oder ankerförmiger Rahmen führt häufig zu vermehrten Menstruationsbeschwerden und stärkeren Blutungen und vergrößert die Gefahr der Ausstoßung, vor allem bei Frauen, die noch nicht geboren haben.
  • Die Größe der Spirale passt nicht immer ideal zur Gebärmutterhöhle
  • Sie kann verrutschen, meist in den ersten Monaten bis einem Jahr.

Die Kupferkette (GyneFix):
Die Kupferkette ist eine mögliche Alternative zur Kupferspirale und richtet sich auch an jüngere Frauen, die noch kein Kind geboren haben, aber gerne ohne Hormone verhüten wollen. Sie besteht aus einem chirurgischen Faden mit darauf aufgereihten Kupferzylindern, von denen Kupfer-Ionen abgegeben werden.
Es gibt zwei Modelle der Kupferkette, die sich in der Menge des Kupfers unterscheiden:

  • GyneFix 330 mit 6 Kupferzylindern
  • GyneFix 200 mit 4 Kupferzylindern (auch GyneFix Mini genannt)

Die Wirkungsweise ist identisch mit der Kupferspirale, allerdings soll die Kupferkette laut Hersteller besser verträglich sein. Das liegt vor allem an der Flexibilität der Kette im Vergleich zu dem starren Kunststoffrahmen einer klassischen Kupferspirale, der die Wände der Gebärmutter reizen und Unterleibsbeschwerden und stärkere Menstruationsblutungen verursachen kann. Eine Kupferkette liegt frei innerhalb der Gebärmutter und passt sich ihr an. So gesehen ist die Kupferkette eine logische Weiterentwicklung der Kupferspirale.
Gerade junge Frauen mit kleiner Gebärmutter oder Frauen, die noch nicht geboren haben, profitieren von dieser Weiterentwicklung, da die rahmenlose Kupferkette fast jeder Frau passt.
Eine Besonderheit der Kupferkette ist ihre spezielle Fixierung innerhalb der Gebärmutter. Sie wird von einem qualifizierten Arzt mittels eines Knotens fest in der Muskulatur verankert. Anders als eine gängige Spirale kann die Kupferkette bei korrekter Befestigung nicht verrutschen. Allerdings besteht in der Anfangszeit die Gefahr des ‚Verlusts‘ der Kette, falls der Knoten nicht richtig angebracht wurde. Man kann sagen, dass im Vergleich zur klassischen Kupferspirale in den ersten Monaten mehr Kupferketten vom Körper „ausgestoßen“ werden, im kompletten Vergleich jedoch eine Kupferkette durch ihre Verankerung „sicherer“ in der Gebärmutter sitzt als eine Kupferspirale.
Die Verankerung wird oftmals als unangenehm empfunden.
Es kann leider vorkommen dass die Muskulatur der Gebärmutter bei machen Frauen nicht ‚dick‘ genug ist, um eine Kupferkette sicher zu verankern. Eine Vorabuntersuchung beim Frauenarzt verschafft Klarheit darüber, ob die GyneFix angewendet werden kann oder nicht.
Wie auch bei der Kupferspirale sind mögliche unerwünschte Nebenerscheinung der GyneFix eine stärkere Regelblutung und Menstruationsbeschwerden. Vom Hersteller wird jedoch beworben, dass die „Gynefix 200“ nur in seltenen Fällen stärkere Blutungen verursacht. Ob sich die Studie des Herstellers mit den Erfahrungen aus der Praxis deckt, ist nicht ausreichend bestätigt.

Vorteile der Kette gegenüber der Kupferspirale:

  • Bei korrekter Vorgehensweise besteht eine sichere Verankerung innerhalb der Gebärmutter.
  • Die Kupferkette passt den meisten Frauen.
  • Sie liegt frei in der Gebärmutter (rahmenlos) und hat damit weniger „Reibungspunkte“ für Beschwerden (wie verstärkte Blutungen, Menstruationsbeschwerden, Ausstoßung), was eine bessere Zufriedenheitsquote vermuten lässt.

Nachteile der Kette gegenüber der Kupferspirale:

  • Nicht jeder Arzt ist dafür ausgebildet; die Erfahrung des Arztes spielt beim Legen der GyneFix eine wesentliche Rolle! (Ärztefinder)
  • Die Fixierung durch den Knoten kann als unangenehm empfunden werden.
  • Da bei der Fixierung die Gebärmutterwand verletzt wird, stelle ich mir das Risiko einer Durchstoßung der Gebärmutterwand und einer zusätzlichen Blutung etwas größer vor.

Kupferball (Intrauterine Ball, IUB)
Der sphärische Kupferball, bestehend aus einer speziellen Formgedächtnislegierung als flexibler Rahmen ruht frei in der Gebärmutter, ohne Verankerung. Er ist mit 15 Millimetern Durchmesser (Midi Variante) sehr klein, passt sich der Gebärmutter an und eignet sich für die meisten Frauen, gleich welchen Alters.
Er ist noch nicht sehr lange auf dem Markt, weswegen verlässlichen Angaben zur Verträglichkeit (Menstruationsbeschwerden, stärkere Regelblutung, Unterleibskrämpfe) im Vergleich zur klassischen Kupferspirale oder der GyneFix nicht vorliegen. Da die meisten Nebenwirkungen, wie bereits besprochen, aus einem Missverhältnis zwischen Einlage und Gebärmutterhöhle resultieren, könnte man nun aus dem Bauch heraus und unter Vorbehalt die Verträglichkeit irgendwo zwischen einer Kupferspirale mit starrem Rahmen und einer rahmenlosen Kupferkette einordnen. Leider lässt sich diese Aussage nicht verallgemeinern, da eine optimal passende klassische Kupferspirale durchaus einen guten Tragekomfort bietet, der IUB dagegen aus dreidimensionaler Sicht ebenso seine Reibungspunkte aufweist, die zu Beschwerden führen können. Es kommt eben immer auf die individuelle Anatomie an.
Laut Beipackzettel sind die häufigsten Nebenwirkungen des IUBs verstärkte Regelblutungen, längere, Zwischenblutungen sowie Menstruationsbeschwerden. Analog zu anderen Spiralen kann es in seltenen Fällen zu Infektionen der inneren Genitalien, einer Durchstoßen der Gebärmutterwand und Abstoßung der Einlage kommen. Ein erschwertes Entfernen des IUB’s ist für seltene Fälle dokumentiert.
Wie andere Einlagen auch wird der Kupferball mittels Einführungsröhrchen in die Gebärmutterhöhle eingebracht, wo er sich auf seine volle Größe entfaltet.
Die Verweildauer in der Gebärmutter beträgt fünf Jahre.

Vorteile eines Kupferballs:

  • Durch seine geringe Größe passt er den meisten Frauen.

Nachteile eines Kupferballs:

  • Der Kupferball ist noch relativ neu auf dem Markt (zirka Mitte 2016 für Deutschland), weshalb langfristige Erfahrungswerte noch fehlen. Verschiedene Quellen berichten darüber, dass der IUB in der Gebärmutter nach unten wanderte und verloren ging bzw. entfernt werden musste.

Letzte Aktualisierung: 4.9.2017


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

FemmyCycle – Eine besondere Menstruationstasse

Es gibt Menstruationstassen, die von den üblichen Modellen sichtbar abweichen. Sie besitzen durchaus ihre Vorzüge, doch sollte eine noch ungeübte Frau zuerst mit einer althergeholten Tasse beginnen, um sich mit dem Prinzip vertraut zu machen. Für diejenigen unter uns, die bereits Erfahrung haben und eine solche Tasse ausprobieren möchten, stelle ich hier eine besondere Tasse vor, die von der Norm abweicht:

FemmyCycle!

Beim ersten Blick wird deutlich, dass dieses Modell wesentlich anders ist. Der FemmyCycle ist nicht trichterförmig, sondern rund. In seinem Inneren besitzt er einen Trichter, der als Auslaufschutz fungiert. Füllt man probeweise Flüssigkeit in die Tasse und dreht sie um, stellt man fest, dass man die Flüssigkeit nicht ohne weiteres komplett ausleeren kann. Zum Entleeren wird der flexible Trichter nach außen gestülpt.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Tatsache, dass die Tasse so konzipiert ist, dass abgesehen von der stabilen Tassenöffnung der runde Tassenkörper in der Scheide nicht entfaltet werden muss. Das schafft Platz für das Menstruationsblut, auch wenn dies zunächst komisch klingen mag. Bei den gängigen Menstruationstassen ist es mitunter problematisch, wenn beim Entfalten zuviel Luft hineingelangt, dadurch Platz verloren geht und kein richtiges Vakuum entsteht.
Das Prinzip beim FemmyCycle unterscheidet sich also:

  • kugelförmig
  • zirkulär verlaufender Auslaufschutz in Trichterform
  • Die Tassenöffnung wird nach dem Einführen entfaltet.
  • Der kugelförmige Körper bleibt gestaucht.

Bei der Verarbeitung des FemmyCycle gibt es keine Beanstandungen. Er besteht aus Silikon und besitzt zum leichteren Entfernen einen dünnen weichen Ring. Ich rate davon ab, diesen Ring in alter Manier vorschnell zu entfernen. Wo andere trichterförmige Tassen auch ohne Stil oder Ring leicht zu entfernen sind, besitzt diese runde Tasse abgesehen von ihrem Ring keinen Griffpunkt, sondern die Finger gleiten von der runden Oberfläche ab. Abgesehen davon ist der Ring beim FemmyCycle wirklich sehr soft.
Messlinien gibt es leider nicht.

Damit sich die Tasse bequem falten lässt, gibt es am Rand der Tasse an einer bestimmten Stelle eine Kerbe. Hier wird der Rand eingedrückt und eine C-Faltung vorgenommen. Da der Tassenkörper in der Vagina geknautscht verbleiben kann, ist es für Anfänger mitunter schwierig festzustellen, ob sich der Tassenrand entfaltet hat. Am besten mit dem Finger den Rand nochmal abfahren.

Das Reinigen der Tasse gestaltet sich etwas anders als eine herkömmliche Tasse. Sie lässt sich nach dem Entleeren nicht restlos mit Zellstofftuch auswischen, da das die enge Trichteröffnung nicht erlaubt, und sollte deshalb unter fließendem Wasser ausgespült werden. Das klingt zunächst nach einem Problem, aber da die Tasse mit einem hohen Fassungsvermögen glänzt, kommt man höchstwahrscheinlich gar nicht in die Verlegenheit, die Tasse unterwegs auf öffentlicher Toilette leeren zu müssen.

Für mich persönlich ist der FemmyCycle auf dem besten Weg zur Lieblingstasse. Aufgrund der weiblichen anatomischen Vielfalt bleibt meine Meinung selbstverständlich subjektiv. Jede Frau muss es selbst probieren. Durch das runde Tassenäußere gibt es Frauen, bei denen der FemmyCycle eine gewisse Eigendynamik entwickelt und sich im Körper auf unerwünschte Weise dreht.
Also gilt auch hier: Probieren geht über Studieren!

Das kleine runde Wunder gibt es in drei Größen.

  • Teen: Öffnung 31 mm, Höhe inkl. Ring 57 mm, Fassungsvermögen ca. 25 ml
  • Regular: Öffnung 38 mm, Höhe inkl. Ring 63 mm, Fassungsvermögen ca. 36 ml
  • Low Cervix: Öffnung 38 mm, Höhe inkl. Ring 50 mm, Fassungsvermögen ca. 34 ml

„Eine Menstruationstasse ist im Idealfall so bequem, dass sie leicht im Inneren des Körpers vergessen werden kann.“ – Hoppala!

Seite des Herstellers!

Passende Beiträge:
Menstruationstasse statt Tampons und Binden? – Eklig oder mögliche Alternative?
Menstruation? Wie stark ist normal?

Letzte Aktualisierung: 8.8.2017


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Verhütung – Was passt für mich, ganz individuell?

imageAn dieser Stelle wäre es wunderschön, könnte man einfach die beste, sicherste und verträglichste Verhütungsmethode auf dem Markt empfehlen. Da wäre jede Frau glücklich und das Thema rasch abgehandelt! Leider ist es eben nicht ganz so einfach! :/

Gelegentlich ist Verhütung schwierig!
Obwohl man auf den ersten Blick den Eindruck gewinnt, dass es viele verschiedene Verhütungsmethoden gibt, erkennt man bei genauerer Recherche, dass die Auswahl nicht ganz so vielfältig ist. Der Schein trügt! Leider trägt der Mangel an Auswahl nicht unbedingt dazu bei, dass die Entscheidung für oder gegen eine Verhütungsmethode leichter fällt.

Eigentlich bräuchte Verhütung gar nicht so kompliziert sein, würde sie von der Pharmazie nicht in unzählige verschiedene Gewänder „verpackt“!

So gibt es die umgangssprachliche „Pille“ in verschiedenen Wirkstoffkombinationen. Diese wiederum in unzähligen hübschen Produktnamen. 🙂 Welche Frau weiß da schon wirklich, was sie nimmt? Auch kommt die Antibabypille nicht mehr nur als Pille daher, sondern auch in Form von Verhütungspflastern oder neuerdings als Vaginalring.
Zur Langzeitverhütung werden Implantate, Hormon- oder Kupferspiralen und die Drei-Monats-Spritze angeboten. Hin und wieder fallen verniedlichende Begriffe wie „Verhütungsschirmchen“ oder „Mini-Spirale“, die kaum eine Frau einzuordnen weiß.

Nun ist die Frage mit der Verhütung eine wichtige Entscheidung fürs Leben, oftmals auf sehr lange Sicht. Deshalb finde ich es unverzichtbar, dass man dieser Entscheidung entsprechende Bedeutung beimisst! Schließlich möchte keine Frau ungewollt und überraschend schwanger werden oder gesundheitliche Schäden davontragen, die man hätte vorhersehen und vermeiden können.

Wie entscheidet man sich also für die individuell richtige Verhütungsmethode?

Als erstes muss man sich von dem Gedanken lösen, dass die gebräuchlichste Verhütungsmethode gleichbedeutend mit „am geeignetsten“ ist. Die von einer Freundin empfohlene Pille kann für eine andere Frau eher ungünstig oder gar gefährlich sein. Wo viele Frauen mit der Kupferspirale super zufrieden sind, mag für andere Frauen die intrauterine Einlage eine Qual sein. Auch kann der Umgang mit der symptothermalen Zyklusbeobachtung für viele körperbewusste Frauen eine sehr sichere Methode darstellen, wohingegen andere Frauen völlig damit überfordert wären. Jede Frau ist anders, jeder Körper reagiert von Frau zu Frau unterschiedlich. Hinzu kommen eventuelle Vorerkrankungen, ungünstige Veranlagungen oder diverse körperliche Gesetzmäßigkeiten, welche für oder gegen bestimmte Verhütungsmethoden sprechen.
Deshalb ist nicht jede Verhütungsmethode für jede Frau in jeder Lebenslage gleichermaßen geeignet! Das macht Verhütung so kompliziert!

Fakt ist also: Verhütung ist individuell verschieden!

Auch ist Verhütung abhängig von der jeweiligen Lebenssituation und muss nicht für die komplette fruchtbare Zeit einer Frau gelten. So manches ändert sich im Leben mit den Jahren. Ein anderer Lebensabschnitt bringt durchaus Veränderungen mit sich, die manchmal einen Wechsel bei der Verhütung bedingen. Gelegentlich kollidieren gesundheitliche Veränderungen völlig überraschend mit dem bisherigen Verhütungsmittel.
Wenn gewichtige Gründe für einen Verhütungswechsel sprechen, sollte man nicht aus absoluter Gewohnheit heraus, den „Absprung“ verpassen! Verschiedene Lebensphasen erheben unterschiedliche Ansprüche an die Verhütung.

Fakt ist: Eine gewählte Verhütungsmethode muss nicht für das gesamte Leben gelten!

Beim Frauenarzt sollte ein ausführliches Beratungsgespräch stattfinden, bei dem individuelle gesundheitliche Aspekte und die aktuelle Lebenssituation berücksichtig werden. Ein guter Frauenarzt sollte zudem alle Fragen zufriedenstellend beantworten!
Leider sind Beratungsgespräche nicht selten knapp gehalten, entweder weil kein Wert darauf gelegt wird oder die Praxis auf bestimmte Verhütungsprodukte fixiert ist. In letzterem Fall wird oft empfohlen oder verordnet, was der jeweiligen Praxis von pharmazeutischen Vertretern als „Stein der Weisen“ untergeschoben wurde. Oder aber es geht schlicht um wirtschaftliche Rentabilität. 😦

Fakt ist: Es gibt kein „perfektes“ Verhütungsmittel, denn keine Verhütungsmethode ist 100%ig sicher.

Mein vorliegender Artikel soll keinesfalls ein Beratungsgespräch beim Arzt ersetzen! Es gibt unzählige gesundheitliche Aspekte, die hier nicht allesamt Platz finden. Deshalb ist der Gang zum Frauenarzt des Vertrauens unerlässlich. Vielmehr soll mein Bericht ein wenig Vorarbeit leisten, damit man sich als Frau einige Gedanken macht und ein Beratungsgespräch optimal stattfinden kann. Kein Frauenarzt kennt außerdem seine Patienten allesamt persönlich. Wenn die richtigen Aspekte beim Arztgespräch angesprochen werden, ist es schlicht wahrscheinlicher, dass man zu einer guten individuellen Verhütungslösung kommt. Es gibt nichts lästigeres, als immer wieder etwas neues auszuprobieren, weil man nicht zufrieden ist – wieder und wieder und wieder… Ich spreche da mittlerweile aus Erfahrung! Also erspart euch das, indem ihr eine gute Gesprächsgrundlage für den Praxisbesuch mitbringt. So erkennt ihr grob eine Tendenz für oder gegen bestimmte Verhütungsmittel passend zu eurer jeweiligen Situation.

Meine hier anschließenden Überlegungen sind unabhängig von irgendwelchen pharmazeutischen oder geschäftlichen Einflüssen. Wer sie sich durch den Kopf gehen lässt, ist hoffentlich einen Schritt weiter bei der Wahl einer geeigneten Verhütungsmethode. Ein anschließendes Beratungsgespräch beim Frauenarzt sollte zu einer vernünftigen Lösung führen. 🙂

Punkt 1: Gibt es eine frische Beziehung oder wechselnde Partner?

Bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern oder wenn man einen Partner noch nicht so lange kennt, sollten Kondome ein fester Bestandteil der Verhütung sein. Nur Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten, wenn auch nicht zu hundert Prozent. Der neue Partner sollte diesen Wunsch in der ersten Phase einer Beziehung akzeptieren. Schließlich findet die Anwendung der Kondome im gegenseitigen Interesse statt! Ein Partner, der diese eigentlich selbstverständliche Angelegenheit „unpraktisch“, „abstoßend“ oder „inakzeptabel“ findet, scheint den Sinn einer korrekten Beziehung nicht verstanden zu haben.
Übrigens: Eine Latex-Allergie stellt kein wirkliches Hindernis dar, denn es gibt spezielle latexfreie Kondome!
Eine weitere wichtige Sache bei wechselnden Partnern oder frischen Beziehungen ist höchstwahrscheinlich der Wunsch nach einer sehr sicheren Verhütungsform. Kinderwunsch besteht bei einer frischen Beziehung verständlicherweise eher nicht! Deshalb sollten Kondome mit einer weiteren Verhütungsform kombiniert werden. Kondome alleine sind auf Dauer keine sichere Verhütung! Nicht selten kommt es dabei zu Pannen! Ein geplatztes Kondom oder Anwendungsfehler sind häufige Ursachen für eine ungeplante Schwangerschaft, gerade bei jungen Pärchen, die aus biologischer Sicht sehr fruchtbar sind.
Im Laufe der Jahre hatte ich schon öfter „geplatzte Kondome“ als Gesprächsthema unter Freundinnen. Es sei also betont: Kondompannen sind keine Seltenheit! Ehrlich!
Besteht definitiv kein Kinderwunsch, sollten Kondome, die zum Schutz gegen Geschlechtskrankheiten eingesetzt werden, zusätzlich mit einer sicheren Verhütungsform kombiniert werden. Dazu zählen hormonelle Methoden oder intrauterine Einlagen. Mehr dazu unter Punkt 3 und Punkt 4.

Punkt 2: Welche individuellen und gesundheitlichen Aspekte beeinflussen die Wahl bei der Verhütung?

Es bestehen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen:
Bei manchen gesundheitlichen Gegebenheiten besteht unter der Anwendung hormoneller Verhütung ein erhöhtes Risiko für Komplikationen oder es wird sogar ganz von hormoneller Verhütung abgeraten.
Umgekehrt gibt es auch gute Gründe, die für hormonelle Verhütung sprechen. Zum Beispiel kann bei Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle) die hormonelle Therapie eine deutliche Schmerzmilderung erreichen. Auch bei polyzystischen Ovarien wird von Ärzten gerne zu hormoneller Verhütung geraten.
Um herauszufinden, ob hormonelle Verhütung angebracht oder kontraindiziert ist, sollte man beim ärztlichen Beratungsgespräch alle gesundheitlichen Besonderheiten zur Sprache bringen. Einen kleinen Überblick über Risikofaktoren bei hormoneller Verhütung findet ihr unter Punkt 3.

Östrogene werden nicht vertragen oder dürfen nicht eingenommen werden:
Es gibt hormonelle Verhütungsmethoden, die frei von Östrogen sind (siehe unter Punkt 3). Ob man darauf ausweichen kann, kommt ganz darauf an, worauf die Östrogenunverträglichkeit beruht, und muss der jeweilige Arzt entscheiden. Wenn komplett auf hormonelle Verhütung verzichtet werden muss, bleiben trotzdem alternative Möglichkeiten (siehe Punkt 4).

Neigung zu starken Monatsblutungen oder Eisenmangel:
Eine Kupferspirale, -kette oder -ball wären tendenziell weniger geeignet, denn die häufigste Nebenwirkung äußert sich in einer verstärkten Monatsblutung. Neigt man ohnehin zu einer starken Periode oder leidet an Eisenmangel, muss man eher damit rechnen, dass die intrauterine Einlage wegen Störungen im Eisenhaushalt wieder entfernt werden muss. Wie der Körper auf eine intrauterine Einlage reagiert, kann man im Vorfeld leider nicht sagen.
Bei Eisenmangel, der schwer in den Griff zu bekommen ist, könnte die neuere Variante der Minipille (siehe Punkt 3) eine gute Option darstellen, da es darunter meist zu schwachen Regelblutungen oder einem gänzlichen Ausbleiben einer Blutung kommt. Der monatliche Eisenverlust kann hier reduziert oder gänzlich vermieden werden.

Häufige Verdauungsstörungen, Erbrechen, Durchfall, nervöse Verdauung, Bulimie, chronische Darmentzündung o.ä.:
Alle oralen hormonellen Verhütungsmittel, deren Wirkstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt stattfindet, sollten gemieden werden, da der Empfängnisschutz nicht sicher gewährleistet ist. Hierzu gehören sowohl die klassische Antibabypille als auch die herkömmliche und neue Minipille. Alternativen zu oraler Verhütung wären z.B. der Vaginalring, ein Hormonimplantat, die Hormonspirale, die Drei-Monats-Spritze und das Verhütungspflaster (siehe Punkt 3) oder nicht hormonelle Mittel, falls dies gewünscht ist (siehe Punkt 4).

Zerstreutheit, Vergesslichkeit:
Bei Verhütungsvarianten, die mit täglicher Pilleneinnahme einhergehen, sollte man sicherstellen, dass man auch wirklich immer daran denkt. Wem das schwerfällt, der kann es mit einer täglichen Erinnerung z.B. per Handy probieren. Diese Erinnerung sollte allerdings auch wirklich penetrant sein, sonst geht es erfahrungsgemäß trotzdem irgendwann schief. Auch nach der 7-tägigen Pillenpause darf die nächste Einnahme nicht verpasst werden! Es ist keine Schande, zuzugeben, dass man für diese Art der Verhütung zu zerstreut ist. Bevor es also immer wieder zum „Vergessen“ kommt, sollte eine Ausweichvariante gewählt werden, beispielsweise der Vaginalring, bei dem es nur noch auf das Entfernen und Wiedereinsetzen ankommt. Es gibt noch andere hormonelle Alternativen ohne tägliche Einnahmezeiten (siehe Punkt 3) oder man wählt eine hormonfreie Variante (siehe Punkt 4).

Ängstlichkeit, Angst vor Schmerzen, Besuche beim Frauenarzt werden als äußerst unangenehm empfunden:
Das Einsetzen einer intrauterinen Einlage (Kupferspirale, -kette, -ball, Hormonspirale) wäre in solchen Fällen ein schwer überwindbares Hindernis. Sehr ängstliche oder schmerzempfindliche Frauen sollten zur Verhütung entweder eine andere Wahl treffen oder aber einen sympathischen Frauenarzt/ärtzin aufsuchen und das Problem besprechen. Manchmal hilft ein abklärendes Gespräch sehr viel weiter. Eventuell hat man sogar die Möglichkeit, sich eine Spirale anzusehen und stellt fest, dass sie kleiner ist, als man sie sich vorgestellt hat.

Diszipliniert und körperbewusst:
Hier wäre die natürliche Verhütung nach Sensiplan (siehe Punkt 7) eine mögliche Alternative. Oder aber man kann sich diese Variante für später im Leben aufheben, wenn man nicht mehr mit Hormonen verhüten möchte.

Unregelmäßige Schlafzeiten (z.B. Schichtdienst):
Durch stark variierende Tagesabläufe kann es vorkommen, dass die eine oder andere Frau Schwierigkeiten mit dem Einhalten von regelmäßigen Einnahmezeiten der Antibabypille hat. Sollte das der Fall sein, wären andere Verhütungsformen eher angebracht, wie z.B. hormonelle Varianten in Depotform (z.B. Nuvaring, Hormonspirale, Implantat, siehe Punkt 3) oder auch hormonfreie Verhütung (z.B. eine Kupferspirale, siehe Punkt 4).
Ebenso eingeschränkt anwendbar wäre die natürliche Verhütung nach Sensiplan, da die korrekte Ermittlung der Basaltemperatur stark vom Schlafrhythmus abhängig ist. Gänzlich unmöglich ist es allerdings nicht. Der Einsatz von Sensiplan ist durch den Schichtdienst erschwert und erfordert zwingend eine längere Lernphase und kompetente Beratung!!!

Ich erwarte eine Baby oder habe kürzlich entbunden und Suche eine geeignete Verhütung für die Stillzeit:
Reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen. Sie enthalten keine Östrogene. Eine geringe Menge des Wirkstoffs geht in die Muttermilch über, weswegen frühestens 6 Wochen nach der Entbindung damit begonnen werden sollte. Welche hormonelle Methoden dabei zu Wahl stehen, könnt ihr unter Punkt 3 lesen. Wer das nicht möchte, kann auf völlig hormonfreie Verhütung setzen, wie z.B. die Kupferspirale oder Senisplan (hier gibt es spezielle Regeln zur Stillzeit). Mehr zur hormonfreien Verhütung unter Punkt 4.

Wechseljahre sind für mich bereits ein Thema:
Was es mit der Prämenopause und der Menopause auf sich hat und welche Besonderheiten sich hinsichtlich der Verhütung ergeben, habe ich unter Punkt 8 grob zusammengefasst.

Punkt 3: Möchte man hormonell verhüten?

Die meisten Frauen entscheiden sich für hormonelle Methoden, da man diesen bei korrekter Anwendung eine große Sicherheit zuschreibt (mit Ausnahme der herkömmlichen „alten“ Minipille). Prinzipiell spricht nichts gegen hormonelle Verhütung, solange keine besonderen Risikofaktoren vorliegen! Womit wir beim Nachteil der hormonellen Methoden angelangt wären, bedingt durch den künstlichen Eingriff in den Hormonhaushalt des Körpers. Die am meisten diskutierte akute Nebenwirkung von kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln (kombiniert bedeutet: eine künstliche Östrogenkomponente und eine künstliche Progesteronkomponente) ist das erhöhte Risiko eines Blutgerinnsels mit der Gefahr der Thrombose, Embolie, Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Was sind Risikofaktoren?

  • starkes Übergewicht
  • Rauchen
  • Alter über 35 Jahre
  • vorliegende Gerinnungsstörungen
  • genetische Disposition (wenn bei einem nahen Angehörigen in frühen Jahren Schlaganfall, Thrombose, Lungenembolie oder Herzinfarkt auftrat)
  • venöse Beschwerden
  • Diabetes mellitus
  • Erkrankungen der Leber
  • Herzkrankheiten
  • Migräne mit Aura
  • Immobilität (z.B. bei OPs, längeren Flugreisen usw.)

Diese Liste ist nicht vollständig! Deshalb ist es wichtig, beim ärztlichen Beratungsgespräch Vorerkrankungen oder Beschwerden zur Sprache zu bringen! Leider werden zu oft hormonelle Verhütungsmittel ohne vorherige Anamnese verschrieben. Dabei ist es von großer Bedeutung, etwaige Risikofaktoren der einzelnen Frau individuell zu beurteilen.

Welche Hormone kommen bei der hormonellen Verhütung zum Einsatz?
Die meisten hormonellen Verhütungsmittel sind Kombinationspräparate, das bedeutet, es wird ein künstlicher Östrogenanteil (in der Regel Ethinylestradiol) mit einem künstlichen Progestronanteil (=Gestagen) kombiniert. Das erhöhte Risiko für ein Blutgerinnsel unterscheidet sich, je nachdem, welches Gestagen in Kombination mit Ethinylestradiol verwendet wird. Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass man sich für ein Gestagen entscheidet, welches laut Studien ein möglichst geringes Zusatzrisiko für Blutgerinnsel mit sich bringt.
Hier schneiden Levonorgestrel/Norgestimat/Norethisteron am besten ab. Nachlesen könnt ihr das im Rote-Hand-Brief zu kombinierten hormonalen Kontrazeptiva vom Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Mittlerweile gibt es eine neue Pille auf dem Markt, die mit natürlichem Östrogen wirbt! Als Östrogenkomponente kommt Estradiolvalerat zum Einsatz, das im Körper zu natürlichem Estradiol umgewandelt wird. Trotzdem ist auch diese Pille mit einem synthetischen Progesteronersatzstoff kombiniert, was natürlich nicht beworben wird! Von absoluter Natürlichkeit kann hier also nicht die Rede sein! Deswegen sei angeraten, dieses zweifelhafte Werbeversprechen zu ignorieren, zumindest solange nicht neuere Studien zur Verträglichkeit vorliegen.

Neben Kombinationspräparaten gibt es auch Monopräparate, in denen ausschließlich Gestagen vorhanden ist. Ein Östrogen fehlt hier. Monopräparate können von Frauen angewendet werden, die keine Östrogene vertragen. Auch ist das Risiko für Blutgerinnsel deutlich geringer als bei Kombinationspräparaten. Im Allgemeinen werden östrogenfreie Methoden gut vertragen.
Klingt prima? Hat allerdings auch seine Nachteile. Da durch den Hormonspiegel im Blut die Bildung von körpereigenem Östrogen mehr oder weniger stark unterdrückt wird, kann dies zu einem Defizit führen, der mit körperlichen Folgen einhergeht. Deshalb werden Monopräparate gerade bei jungen Frauen mit noch nicht abgeschlossener körperlicher Entwicklung nur als Mittel zweiter Wahl angesehen. Diskutiert wird unter anderem die Abnahme der Knochendichte, was besonders bei längerer Anwendungsdauer von Bedeutung ist.
Eine weiterer Unterschied wäre, dass es zu Veränderung im Blutungsverhalten kommen kann, bis hin zum Ausbleiben der Regelblutung. Mache Frauen begrüßen das, andere wollen auf eine regelmäßige Periode ungern verzichten.
Reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen, frühestens allerdings sechs Wochen nach der Entbindung.

Damit nun niemand vor lauter Pillen, Hormonen, intrauterinen Einlagen und anderen Pillen den Überblick verliert, möchte ich die unterschiedlichen Varianten knapp vorstellen. Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Verhütungsmitteln bezüglich Risiken und Nebenwirkungen und dem offiziellen Pearl-Index befragt bitte euren Frauenarzt.

  • Antibabypille (Kombinationspräparat, d.h. Östrogen und Gestagen):
    Dies ist die am häufigsten verschriebene Variante. Eine Tablette täglich mit einem Einnahmefester von 12 Stunden. Nach einer Blisterpackung folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen, in der die Hormonentzugsblutung einsetzt. Zu beachten gilt, dass die Einahme nicht vergessen wird und Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a.) und bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) die Wirkung und damit ihre Sicherheit beeinträchtigen können.
    Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte beachten, dass sich die verschiedenen Wirkstoffkombinationen hinsichtlich des Thromboembolierisikos unterscheiden, wie bereits weiter oben erwähnt.
  • Herkömmliche „alte“ Minipille (Monopräparat, d.h. nur Gestagen):
    Bei der klassischen Minipille muss die Tablette täglich auf die Stunde genau ohne Einnahmepause eingenommen werden. Auch hier gilt es zu beachten, dass die Einahme nicht vergessen wird und Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a.) und bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) die Wirkung und damit ihre Sicherheit beeinträchtigen können.
    Während der Einnahme kann es zu Zwischenblutungen und zum Ausbleiben der Menstruation kommen. In letzterem Fall sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
    Die Minipille hat im Allgemeinen weniger Nebenwirkungen als Kombinationspillen. Auch eignet sie sich für Frauen während der Stillzeit (reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen; frühestens 6 Wochen nach der Entbindung).
    Wegen dem engen Einnahmefenster von einer Stunde und der geringeren Sicherheit (Pearl Index von ca. 4,1), fällt diese Variante für die meisten Frauen, die sich für sichere hormonelle Verhütung entscheiden, schlicht weg. Im Vergleich zu anderen hormonellen Mitteln ist sie in der Verhütungswirkung als unsicher einzustufen.
    Ich erwähne diese veraltete Minipille der Vollständigkeit halber und damit es nicht zu Missverständnissen gegenüber der neueren Minipille kommt.
  • Neue Minipille als (Monopräperat, d.h. nur Gestagen):
    Im Gegensatz zur klassischen Pille enthält diese kein Östrogen. Eine mögliche Alternative für Frauen, die aufgrund bestimmter Erkrankungen keine Östrogene nehmen können oder diese nicht vertragen. Die Minipille hat im Allgemeinen weniger Nebenwirkungen als Kombinationspillen. Auch eignet sie sich für Frauen während der Stillzeit (reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen; frühestens 6 Wochen nach der Entbindung). Die Minipille wird ohne Pause durchgenommen. Eine Tablette täglich mit einem Einnahmefester von 12 Stunden. Auch hier gilt es zu beachten, dass die Einahme nicht vergessen wird und das Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a.) und bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) die Wirkung und damit ihre Sicherheit beeinträchtigen können. Während der Einnahme kann es zu unregelmäßigen Blutungen kommen. Auch kann die Blutung ganz ausbleiben, was manche Frauen als Vorteil empfinden.
    Die Wirksamkeit bei der Empfängnisverhütung unterscheidet sich kaum von der klassischen Pille.
  • Vaginalring (Kombinationsprodukt, d.h. Östrogen und Gestagen):
    Hierbei handelt es sich um einen kleinen, biegsamen Ring, der einmal im Monat von der Frau selbst in die Scheide eingeführt wird. Dort werden die Wirkstoffe aufgenommen und gelangen in den Blutkreislauf. Der Ring verbleibt für drei Wochen in der Scheide. Nach einer Woche Pause, in der die Hormonentzugsblutung einsetzt, wird ein neuer Ring eingeführt. Da eine Wirkstoffaufnahme über den Verdauungstrakt umgangen wird, ist der Empfängnisschutz auch bei Verdauungsbeschwerden (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a) gewährleistet. Bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) können die Sicherheit trotzdem beeinträchtigen.
    Anders als bei einer Pille muss nicht täglich daran gedacht werden, sondern nur zum Entfernen und Wiedereinsetzen.
    Beim Geschlechtsverkehr kann der Vaginalring in der Scheide verbleiben und stört im Regelfall nicht. Sollte er trotzdem als störend empfunden werden, kann er für kurze Zeit entfernt werden.
  • Hormonspirale (Monoprodukt, d.h. nur Gestagen), manchmal auch Verhütungsschirmchen oder Minispirale genannt:
    Diese östrogenfreie Variante zur Langzeitverhütung (3-5 Jahre) wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Es sind mehrere Arztbesuche notwendig: für Voruntersuchungen, das Einsetzen und Kontrolluntersuchungen. Die Wirkstoffabgabe erfolgt lokal in der Gebärmutter. Da eine Wirkstoffaufnahme über den Verdauungstrakt umgangen wird, ist der Empfängnisschutz auch bei Verdauungsbeschwerden (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a) gewährleistet. Auch während der Stillzeit kann die Hormonspirale angewendet werden (reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen; frühestens 6 Wochen nach der Entbindung).
    Durch das Wegfallen einer tägliche Tablettennahme muss man sich nicht mehr regelmäßig um die Verhütung kümmern (kein Vergessen mehr). Ein weiterer Vorteil ist, dass die Blutungen unter dem Einfluss der Hormonspirale meist schwächer werden. Leider bleibt der natürliche Zyklus nicht immer erhalten, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Wirkung nicht nur lokal auf die Gebärmutter begrenzt bleibt. Das Werbeversprechen der „lokalen Wirkung“ sollte hier nicht missverstanden werden. Sie wirkt lokal, schon richtig, aber eben nicht ausschließlich! Vielfältige Nebenwirkungen durch zentrale Wirkung des Wirkstoffs können auch bei einer Hormonspirale auftreten! Wird die Spirale nicht vertragen und man lässt sie entfernen, geht ein Teil der Investition verloren.
    Eher selten kommt es beim Einsetzen der Spirale zu Verletzungen, häufiger jedoch zu Zwischenblutungen in den ersten Monaten. Durch den Rückholfaden der Spirale erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine aufsteigende Infektion. Wobei ich die größte Gefahr dafür eher beim Vorgang des Einsetzens sehe, wenn unsauber gearbeitet wird.
  • Implantat (Monoprodukt, d.h. nur Gestagen):
    Diese östrogenfreie Variante zur Langzeitverhütung (3 Jahre) wird vom Frauenarzt am Oberarm unter die Haut eingesetzt. Es handelt sich um ein vier Zentimeter langes und dünnes Stäbchen, das den Wirkstoff gleichmäßig an den Körper abgibt (deshalb auch Verhütungsstäbchen genannt). Da eine Wirkstoffaufnahme über den Verdauungstrakt umgangen wird, ist der Empfängnisschutz auch bei Verdauungsbeschwerden (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a) gewährleistet. Bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) können die Sicherheit trotzdem beeinträchtigen.
    Durch das Wegfallen einer tägliche Tablettennahme muss man sich nicht mehr regelmäßig um die Verhütung kümmern (kein Vergessen mehr).
    Auch während der Stillzeit kann das Implantat angewendet werden (reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen; frühestens 6 Wochen nach der Entbindung).
    Bei Übergewicht ist die Wirkung vermindert und das Stäbchen deshalb nur bedingt geeignet!
    Auch bei dieser Verhütungsvariante können durch eine zentrale Wirkung des hormonellen Wirkstoffs Nebenwirkungen auftreten! Wird das Stäbchen nicht vertragen und man lässt es entfernen, geht ein Teil der Investition verloren.
  • Drei-Monats-Spritze (Monoprodukt, d.h. nur Gestagen):
    Alle zwölf Wochen wird ein Gestagen per Injektion verabreicht (i.d.R. in den Oberarm oder Gesäßmuskel). Da eine Wirkstoffaufnahme über den Verdauungstrakt umgangen wird, ist der Empfängnisschutz auch bei Verdauungsbeschwerden (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a) gewährleistet. Bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) können die Sicherheit trotzdem beeinträchtigen.
    Keine tägliche Tablettennahme, kann somit nicht „vergessen“ werden. Wird der Zeitraum von 12 Wochen jedoch überschritten, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet!
    Auch während der Stillzeit kann die Drei-Monats-Spitze angewendet werden (reine Progesteron-Präparate werden von den meisten Fachleuten als mit dem Stillen vereinbar angesehen; frühestens 6 Wochen nach der Entbindung).
    Auch bei dieser Verhütungsvariante können durch eine zentrale Wirkung des Wirkstoffs Nebenwirkungen auftreten. Hier liegt ein großer Nachteil: Wird die Spritze nicht vertragen, kann die Depotwirkung nicht rückgängig gemacht werden und Nebenwirkungen verschwinden erst entsprechend verzögert! Die Drei-Monats-Spritze wird nicht für Jugendliche oder im frühen Erwachsenenalter empfohlen, da es hier zu einem verminderten Aufbau der Spitzenknochenmasse kommen kann, was für die Knochengesundheit im weiteren Leben eine entscheidende Rolle spielt (Einfluss auf die Knochendichte).
  • Verhütungspflaster (Kombinationspräparat, d.h. Östrogen und Gestagen):
    Das Verhütungspflaster wird analog zur klassischen Pille 21 Tage lang angewendet. Danach erfolgt eine Pause von sieben Tagen, in der die Hormonentzugsblutung einsetzt. Pro Zyklus werden drei Pflaster benötigt (wöchentlich eines).
    Da die Wirkstoffaufnahme nicht über den Verdauungstrakt, sondern über die Haut erfolgt, ist der Empfängnisschutz auch bei Verdauungsbeschwerden (Erbrechen, Durchfall, Bulimie, chronische Darmentzündungen o.a) gewährleistet. Bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) können die Sicherheit trotzdem beeinträchtigen.
    Manche Frauen glauben, ein Verhütungspflaster wäre nicht sehr sicher, weil sie sich nicht vorstellen können, dass eine Aufnahme über die Haut sehr verlässlich ist. Tatsächlich ist der Empfängnisschutz nahezu vergleichbar mit der klassischen Antibabypille. Duschen und Baden beeinträchtigen die Wirkung nicht. Sollte sich ein Pflaster dennoch einmal lösen, kann innerhalb von 24 Stunden ein neues verwendet werden.
    Zwar muss nicht an eine tägliche Tabletteneinnahme gedacht werden, doch der Pflasterwechsel will auch nicht vergessen werden (Zeitfenster von 24 Stunden)! Das Pflaster ist groß und sichtbar, trägt unter der Kleidung jedoch nicht auf!
    Achtung: Für übergewichtige Frauen ist diese Methode nicht geeignet, da die Sicherheit herabgesetzt ist. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, sollte seinen Arzt oder Apotheker vorher befragen.

Was muss ich bei hormonellen Verhütungsmethoden beachten?
Hormone ziehen im menschlichen Körper weite Kreise (Wirkung künstlicher Hormone im Körper), das ist eine biologisch unabänderliche Tatsache, denn der Hormonkreislauf ist äußerst kompliziert und vielschichtig! Ein Eingriff in dieses komplexe Hormonsystem, völlig egal ob durch die Pille, Hormonspirale, Implantat o.a. hormonelle Mittel, hat selbstverständlich Nebenwirkungen, muss aber nicht unbedingt zu relevanten körperlich negativen Folgen führen. Ob eine Frau hormonelle Verhütung problemlos verträgt, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht allesamt erforscht sind.
Bedenklich finde ich die Tatsache, dass heutzutage junge Mädchen bereits in sehr frühem Alter mit hormoneller Verhütung beginnen und eine Beeinflussung bei der körperlichen Entwicklung somit nicht ausgeschlossen ist. Aber gerade junge Mädchen wollen sicher verhüten. Naja… eben ein sehr schwieriges Thema!
Nebenwirkungen durch hormonelle Verhütung werden manchmal nicht als solche erkannt. Diagnostisch unkompliziert sind jene Nebenwirkungen, die offensichtlich der hormonellen Verhütung zuzuschreiben sind, wie z.B. Thrombosen, Abnahme der Libido, depressive Verstimmungen.
Problematischer wird es bei den schleichenden Nebenwirkungen, sie sich vielfältig und zunächst unscheinbar äußern können. So treten eventuell erst nach Monaten oder Jahren Unannehmlichkeiten auf, seien es Rückenprobleme, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Probleme mit der Schilddrüse, der Verdauung oder eben vieles mehr. Diese versteckten Nebenwirkungen als „Verhütungsleiden“ zu diagnostizieren ist äußerst schwierig! Leider gibt es keinen „Test“ darauf!
Bei gesundheitlichen Beschwerden unklarer Ursache, denen nicht beizukommen ist, sollte zumindest ein Gedanke daran verschwendet werden, ob hormonelle Verhütung eventuell die Ursache sein könnte. Und nicht selten erfährt man von ärztlicher Seite wenig Unterstützung. Wirklich feststellen, ob körperliche Beschwerden damit zusammenhängen, kann man nur, indem man auf hormonelle Verhütung verzichtet und geduldig abwartet, ob eine Besserung eintritt. Gerade junge Frauen sollten bei körperlichen Beschwerden hellhörig werden, denn die meisten Wehwehchen kommen nunmal erfahrungsgemäß erst im Alter!
Auch bei gehäuften Phasen psychischer Labilität sollten hormonelle Ursachen in Frage gestellt werden. Ich finde es sehr unschön, wenn junge Frauen ausgerechnet in Schule, Studium oder Beruf eine „Null-Bock-Phase“ wegen beispielsweise der Pille durchleben müssen, was Auswirkungen auf den späteren Lebensweg haben kann. Eine dänische Studie hat den Zusammenhang zwischen Depressionen und hormonelle Verhütung bestätigt!
Genaue Zahlen, wieviele ahnungslose Frauen sich mit Verhütungsleiden plagen, gibt es nicht – und so bleibt es eine unbekannte Dunkelziffer!

Fakt: Die Pille ist kein Lutschbonbon, sondern ein hochwirksames Medikament, welches nur für den eigentlichen Verwendungszweck der Verhütung oder bei medizinisch eindeutiger Indikation (z.B. Endometriose) zum Einsatz kommen sollte, nicht aber zur Behandlung von unreiner Haut oder beispielsweise bei mäßigen Zyklusbeschwerden, wie sie bei jungen Mädchen typischerweise im Rahmen der körperlich noch nicht abgeschlossenen Entwicklung zur reifen Frau naturgemäß stattfinden. Gleiches gilt für andere hormonelle Verhütungsmittel!

Fakt: Bei unklaren körperlichen Beschwerden sollte hormonelle Verhütung prinzipiell als möglicher körperlicher Störfaktor in Verdacht genommen werden.

Fakt: Hormonelle Verhütung ist nur dann optimal, wenn sie gut vertragen wird und keine Einschränkungen in der Lebensqualität mit sich bringt!

Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, ob sie hormonell verhütet. Aber keine Sorge! Hormonelle Verhütung ist nicht gleichbedeutend mit 100% Nebenwirkungen! Viele Frauen vertragen sie anscheinend gut. Hormonelle Verhütung sollte schlicht mit „gesundem Menschenverstand“ einhergehen.

Punkt 4: Hormonelle Verhütung ist unerwünscht oder nicht möglich!

Manche Frauen möchten nicht hormonell verhüten. Das kann unterschiedliche Gründe haben:

  • Vorerkrankungen, die gegen hormonelle Verhütung sprechen
  • schlechte Erfahrungen mit hormoneller Verhütung
  • Furcht vor Nebenwirkungen
  • persönliche Überzeugung

Nun bleiben zur Verhütung ausschließlich alternative, hormonfreie Methoden. Ihr großer Vorteil ist der Erhalt des natürlichen Hormonhaushalts der Frau! Gerade reifere Frauen wünschen sich nach jahrelanger Hormoneinwirkung ihren natürlichen Zyklus zurück. Doch auch jüngere Frauen schätzen mittlerweile ihre natürliche Weiblichkeit und wollen frei von synthetischen Hormonen sein.
Sehr viele Alternativen gibt es allerdings nicht. Kondome alleine sind auf die Dauer keine wirklich sichere Verhütung, hauptsächlich wegen der Gefahr von Pannen und Anwendungsfehlern.
Was also gibt es für hormonfreie Alternativen, die wirklich Sinn machen, wenn man eine Schwangerschaft so sicher wie möglich verhindern will? 
(Hinweis: Barrieremethoden wie Kondome, Diaphragma oder Portiokappe habe ich hier nicht berücksichtigt, da sie zur reinen Vermeidung einer Schwangerschaft aufgrund von Anwendungsfehlern oder Pannen auf Dauer gesehen nicht zu den sehr sicheren Verhütungsmitteln gehören.)

  • Kupferspirale/kette/ball:
    Bei jeder dieser intrauterinen Einlagen wird die verhütende Wirkung durch eine kontinuierliche Freisetzung von Kupfer-Ionen gewährleistet. Je nach Variante unterscheidet sich die äußere Form.
    Eine Kupferspirale besitzt leicht flexible Ärmchen, welche die Einlage in der Gebärmutterhöhle halten, jedoch häufig zu stärkeren Menstruationsbeschwerden führen; in seltenen Fällen kann die Spirale verrutschen. Kupferspiralen könnten aus unterschiedlichen Legierungen bestehen. Die Edelmetallkomponente einer Goldkupferspirale bewirkt, dass das Material auch nach längerer Tragedauer nicht brüchig wird; zudem besitzt es eine bakterizide und fungizide Wirkung.
    Eine Kupferkette hingegen passt sich freier innerhalb der Gebärmutter an und wird durch einen Knoten fest in der Muskulatur verankert, weswegen sie nicht verrutschen kann; die Verankerung wird oftmals als unangenehm empfunden.
    Der sphärische Kupferball, bestehend aus einer speziellen Formgedächtnislegierung, ruht ohne Verankerung frei in der Gebärmutter. Er ist noch nicht sehr lange auf dem Markt, weswegen ich noch keine verlässliche Angaben zur Verträglichkeit im Vergleich zur klassischen Kupferspirale finden konnte.
    In allen Fällen sind mehrere Arztbesuche notwendig: für Voruntersuchungen, das Einsetzen und Kontrolluntersuchungen. Es handelt sich um eine hormonfreie Langzeitverhütung (ca. 3-7 Jahre je nach Modell). Es erfolgt kein direkter Eingriff in den Hormonhaushalt und der Zyklus wird nicht beeinträchtigt, sofern keine besondere Unverträglichkeit vorliegt.
    Der große Vorteil liegt in der sicheren Verhütung und der schlichten Tatsache, dass man sich neben den Kontrolluntersuchungen nicht mehr um die Verhütung kümmern muss.
    Der Nachteil liegt in der möglichen Unverträglichkeit der intrauterinen Einlage. Lässt man die Einlage aufgrund von Beschwerden wieder entfernen, geht ein Teil der Investition verloren.
    Eher selten kommt es beim Einsetzen der Einlage zu Verletzungen, häufiger jedoch zu Zwischenblutungen und verlängerten Blutungen in den ersten Monaten. Eine häufige Nebenwirkung ist eine generell verstärkte Regelblutung mit der Gefahr von Eisenmangel, der den Körper als Ganzes beeinflusst! Treten unter der Kupferspirale wiederkehrende oder anhaltende Phasen von verstärkter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Haarausfall auf, sollte überprüft werden, ob der Eisenhaushalt durch die Einlage negativ beeinflusst wird.
    Durch den Rückholfaden der Einlage erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine aufsteigende Infektion. Wobei ich die größte Gefahr dafür eher beim Vorgang des Einsetzens sehe, wenn unsauber gearbeitet wird.
  • NFP nach Sensiplan:
    Die Malteser Arbeitsgruppe NFP hat in den letzten Jahren ihre Methode zur hormonfreien Verhütung kontinuierlich weiterentwickelt. Unter ärztlicher Mitarbeit entstand ein geordnetes, sicheres Regelwerk für die natürliche Familienplanung mit dem Ziel der größtmöglichen Sicherheit und guter Verständlichkeit! Die Methodensicherheit der symptothermalen Methode Sensiplan kann sich mit einem Pearl-Index von 0,4 (Gebrauchssicherheit 1,8) wirklich sehen lassen. Mehr dazu unter Punkt 7.
  • Operative Methoden (Sterilisation der Frau oder des Mannes):
    Operative Methoden setzen, wie der Name schon sagt, einen operativen Eingriff voraus. Durch die häufige Endgültigkeit dieser Methoden – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ist dies nur bei abgeschlossener Familienplanung zu empfehlen! Bedenkt bitte auch, dass der einstmals gefasste Entschluss gegen eigenen Nachwuchs, einige Zeit später durchaus nicht mehr gelten muss. Manchmal spielt das Leben ganz anders als man denkt und man ändert seine Meinung! Endgültige Methoden sollten wirklich nur dann Anwendung finden, wenn man sich seiner Sache sehr, sehr sicher ist!

Punkt 5: Soll es eine eher sichere Verhütung sein?

Je nach Lebenssituation erhebt man als Frau unterschiedliche Ansprüche an die Sicherheit bei der Verhütung. Steckt man noch fest in Schule, Ausbildung oder Studium, hat keinen festen Partner oder möchte überhaupt niemals Kinder, so möchte man sehr sicher verhüten.
Hier eignen sich als sichere Verhütungsmittel generell:

  • alle hormonellen Verhütungsmittel (außer der herkömmlichen „alten“ Minipille)
  • intrauterine Einlagen (sowohl hormonelle als auch kupferbasierende Einlagen)

Auch mag es vorkommen, dass man überhaupt niemals Kinder haben möchte oder die Familienplanung abgeschlossen ist. Hier möchte man vielleicht eher auf ein Langzeitverhütungsmittel zurückgreifen, um täglich feste Einnahmezeiten zu vermeiden.

Sichere Langzeitzeitverhütungsmittel wären:

  • intrauterine Einlagen (Hormonspirale, Kupferspirale, -ball, -kette)
  • Implantat
  • Drei-Monats-Spritze  (nicht für Jugendliche oder im frühen Erwachsenenalter empfohlen, da es hier zu einem verminderten Aufbau der Spitzenknochenmasse kommen kann, was für die Knochengesundheit im weiteren Leben eine entscheidende Rolle spielt; Einfluss auf die Knochendichte)
  • Sterilisation (nur bei abgeschossener Familienplanung!)

Manchmal entstehen Schwierigkeiten bei der „sicheren Verhütung“. Mit keiner Methode fühlt man sich wohl. Es ist wie verhext! Der Körper scheint sich gegen jedwede „Verhütung“ zu sträuben! 😮 Punkt 7 befasst sich mit einer möglichen Lösung.

Punkt 6: Ein Baby wäre kein Drama oder es besteht bereits Kinderwunsch!

Sehr schön! Wenn eine Schwangerschaft aufgrund einer festen Beziehung kein Weltuntergang darstellt, so kann man auf hormonelle Verhütung oder intrauterine Einlagen komplett verzichten. Manche Frauen nehmen solch eine Situation zum Anlass, sich beispielsweise mit einem Diaphragma oder der Portikappe anzufreunden, auch wenn diese nicht zu den sichersten Verhütungsmethoden zählen. Auch könnte die Gelegenheit, seinen weiblichen Zyklus kennenzulernen, kaum besser sein. Frauen, die mit ihrem Zyklus vertraut sind, haben in Sachen Verhütung ein Ass im Ärmel! 🙂
Es ist nämlich so: Zur Schwangerschaft gehört mehr dazu, als das schlichte aufeinander Abstimmen von Geschlechtsverkehr mit einem positiven Ovulationstest!
Wenn ich mal wieder ein Pärchen im örtlichen Drogeriemarkt ratlos die Auswahl an überteuerten Ovulationstest bestaunen sehe, kann ich nur anraten: „Spart euch das Geld für ungezielte LH-Tests, sondern lernt statt dessen die Auswertung des weiblichen Zervixschleims!“
Dieser ist notwendig, damit die Spermien darin bis zum erhofften Ei wandern können. Bei korrekter Auswertung führt diese Methode erfolgreicher und stressfreier zum Wunschbaby als nervige Ovulationstests! Außerdem ist es für eine Frau, die ihren Zyklus nicht wirklich kennt, einigermaßen schwierig, den korrekten Zeitrahmen für einen Ovulationstest zu bestimmen. Und selbst bei einem positiven Test ist bereits ein Großteil des „fruchtbaren Fensters“ verstrichen. Schließlich bewegen sich Spermien mit einer Geschwindigkeit von ca. 4mm pro Minute weiter und haben noch ein gutes Stück des Weges vor sich. 🙂 Eine Eizelle ist nach dem Eisprung nur für 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Wer hier buchstäblich zu spät kommt…
Wer sich die natürliche Familienplanung nach Sensiplan zum Kinderwunsch nutzbar macht, traut sich später auch die Verhütung nach Sensiplan zu und hat damit die besondere Möglichkeit, auf hormonelle Verhütungsmittel zu verzichten! Mehr zu Sensiplan unter Punkt 7.

Punkt 7: Keine Verhütungsmethode passt zu mir!!! Ich möchte weder Hormone nehmen, noch eine Intrauterine Einlage verwenden!

Das ist schnell passiert!
Wenn es zu inakzeptablen Nebenwirkungen bei hormoneller Verhütung kommt und auch intrauterine Einlagen nicht vertragen werden, stehen Frauen verhütungstechnisch vor einem Problem. Kondome alleine zur Verhütung sind auf die Dauer zu unsicher, gleiches trifft auf das Diaphragma und die Portiokappe zu.
Was nun? Bleibt noch die natürliche Verhütung? – Gerade das, was in den Medien oder gar von Ärzten als höllisch unsicher beschrieen wird!?
Zuerst einmal: Keine Panik!
Bei der Sicherheit von natürlicher Verhütung kommt ganz darauf an, von welcher Methode man ausgeht. Es gibt viele unsichere Varianten der natürlichen Familienplanung (abgekürzt NFP), die allesamt wegfallen, wenn eine Schwangerschaft vermieden werden soll. Deshalb möchte ich nur die eine Methode vorstellen, die sich im Alltag bewährt!
Wie also kann ich sinnvoll auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft vermeiden?

  • Mit Sensiplan:
    Die Malteser Arbeitsgruppe NFP hat in den letzten Jahren ihre Methode zur erfolgreichen Kontrazeption kontinuierlich weiterentwickelt. Unter ärztlicher Mitarbeit entstand ein geordnetes, sicheres Regelwerk für die natürliche Familienplanung mit dem Ziel der größtmöglichen Sicherheit und guter Verständlichkeit! Die Methodensicherheit der symptothermalen Methode Sensiplan kann sich mit einem Pearl-Index von 0,4 (Gebrauchssicherheit 1,8) wirklich sehen lassen.

Nun doch neugierig geworden? Dann schaut es euch an! Es gibt nützliche Bücher dazu:

  • Natürlich und sicher (verständliches Regelwerk) Arbeitsgruppe NFP, Trias Verlag, ISBN: 978-3-8303-3558-7
  • Natürlich und sicher (Arbeitsheft) Arbeitsgruppe NFP, Trias Verlag, ISBN: 978-3-8304-6568-3
  • Natürliche Familienplanung heute (detailliertes Hintergrundwissen), Springer Verlag, ISBN: 978-3-642-29783-0

Webseiten zu Sensiplan:

Sensiplan ist für die meisten Frauen unkompliziert anwendbar und einfach zu erlernen!
Junge Mädchen allerdings, die aufgrund gesundheitlicher Probleme oder aus Überzeugung heraus, natürliche Verhütung anwenden wollen, sollten sich auch wirklich reif genug fühlen, sich an die Regeln von Sensiplan zu halten!!! Auch sollten sie in Erwägung ziehen, zusätzliche Hilfe von einer NFP-Beraterin in Anspruch zu nehmen, damit sie die Methode auch wirklich sicher anwenden.
Sensiplan hat viele Vorteile, aber nur wenige Nachteile!

Punkt 8: Wie steht es um die Verhütung in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren (Klimakterium) herrscht bei vielen Frauen Ungewissheit darüber, wie lange Verhütung noch nötig ist und welche Methode am besten angewandt wird.

Die erste Phase der Wechseljahre, die (Prämenopause) zeichnet sich mit kürzeren oder auffällig langen Regelzyklen, Schwankungen in der Regelblutung und mehr oder weniger stark ausgeprägten Beschwerden aus, die dem prämenstruellen Syndrom sehr ähneln. Auslöser der Symptome ist ein Mangel an Progesteron.
Diese frühe Phase dauert einige Jahre und beginnt somit lange Zeit vor der allerletzten Regelblutung. Erste Wechseljahresanzeichen sollten deshalb kein Anlass zur Panik sein. Das Zyklusgeschehen setzt sich weiterhin fort, nur häufen sich längerfristig eisprungfreie Zyklen, was die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft dadurch reduziert. Verhütet werden muss selbstverständlich dennoch!!!

Die allerletzte Regelblutung (Menopause) findet durchschnittlich im Alter von 50 Jahren statt und markiert das Ende der Fruchtbarkeit einer Frau. Leider kann man als Frau schlecht vorhersagen, ob es sich bei der vermeintlich letzten Regelblutung auch wirklich um die Menopause gehandelt hat. Erst wenn es zwölf Monate lang zu keiner Blutung mehr gekommen ist, kann man davon ausgehen, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.
Also sollte nach der angenommen letzten Regelblutung noch mindestens ein Jahr lang verhütet werden! Wahlweise kann man auch eine Blutuntersuchung beim Frauenarzt veranlassen, wenn die Periode länger ausgeblieben ist. So hat man früher Gewissheit. Allerdings ist diese Untersuchung keine Kassenleistung, muss also aus eigener Tasche bezahlt werden.

Das führen eines Menstruationskalenders in den Wechseljahren ist sehr empfehlenswert! (Ausnahme: bei hormoneller Verhütung macht es wenig Sinn.)

Welche Verhütungsmethode in den Wechseljahren am besten geeignet ist, kommt auf die Frau und ihre persönlichen Vorlieben darauf an. Auch spielen selbstverständlich gesundheitliche Aspekte eine Rolle. Auf jeden Fall sollte ein Beratungsgespräch beim Frauenarzt stattfinden.

  • Die Antibabypille (siehe Punkt 3) hat den Nachteil, dass bei ihr die Risiken mit höherem Lebensalter ansteigen. Auch kann man als Frau unter dem Einfluss der künstlichen Zyklen der Antibabypille nicht wissen, wann die fruchtbare Phase vorbei ist und die Menopause tatsächlich beginnt.
  • Die neue Minipille (siehe Punkt 3) bringt nicht ganz so große Risiken mit sich, da sie keine Östrogene enthält. Zusätzlich fallen die Blutungen unter der Minipille deutlich schwächer aus, was in den Wechseljahren von Vorteil ist. Aber auch hier weiß die Frau nicht wirklich, wann die furchtbare Phase vorbei ist und die Menopause beginnt.
  • Auch bei der Hormonspirale (siehe Punkt 3) fallen die monatlichen Blutungen geringer aus, da sich die Gebärmutterschleimhaut wie bei der Minipille weniger stark aufbaut und entsprechend schwächer abblutet. Zusätzlich fällt die tägliche Tabletteneinnahme weg.

Wenn starke Blutungen in den Wechseljahren zum Problem werden, bieten sich also die neue Minipille oder die Hormonspirale als sichere Verhütung und Behandlung an.

Nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel muss die Frau zunächst davon ausgehen, dass sie noch immer schwanger werden kann! Erst wenn es zwölf Monate lang zu keiner Blutung mehr gekommen ist oder eine Blutuntersuchung beim Frauenarzt den Beginn der Unfruchtbarkeit bestätigt hat, kann man davon ausgehen, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.

  • Ein beliebtes Verhütungsmittel bei reiferen Frauen ist die Kupferspirale (siehe Punkt 4). Da der natürliche Zyklus erhalten bleibt, kann die Frau direkt miterleben, wie sich ihr Zyklus aufgrund der Wechseljahre verändert. Die Kupferspirale kann so lange in der Gebärmutter verbleiben, bis sicher keine Fruchtbarkeit mehr besteht (natürlich unter Berücksichtigung der empfohlenen Liegedauer). Danach wird sie unkompliziert entfernt. Leider kommt es als Nebenwirkung häufig zu stärkeren Blutungen. In diesem Fall ist die Kupferspirale eher ungeeignet.
  • Viele Frauen verhüten in den Wechseljahren mit Kondomen. Zwar gehören sie nicht zu den sichersten Verhütungsmitteln, da es aber mit zunehmenden Alter unwahrscheinlicher wird, schwanger zu werden, vertrauen einige Frauen auf diese Barrieremethode. Das Risiko einer Schwangerschaft muss jede Frau für sich selbst abwägen.
  • Bei der natürlichen Verhütung nach Sensiplan (siehe Punkt 7) profitieren Frauen von ihrem Zykluswissen. Den eigenen Körper gut zu kennen, vereinfacht die Einschätzung der Sachlage sehr. Sie wissen, ob sie einen Eisprung hatten und können bei überlangen Zyklen sehr gut einschätzen, ob ein Schwangerschaftstest notwendig ist oder nicht. Sie wenden die Methode einfach so lange an, wie es nötig ist. Zu beachten ist, dass die Zervixschleimbeobachtung in den Wechseljahren eine besondere Bedeutung gewinnt. Nachteilig ist, dass es zu langen Phasen kommt, in denen man Fruchtbarkeit annehmen muss.
  • Eine Sterilisation lohnt sich für eine Frau in der letzten Phase ihrer Fruchtbarkeit kaum noch. Wägt man Risiko und Nutzen miteinander ab, so kommt eine Sterilisation eher für den männlichen Partner in Frage, da der Eingriff viel einfacher und komplikationsloser vonstatten geht.

Ihr habt weitere wichtige Aspekte, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten und hier nicht aufgeführt sind? Dann hinterlasst mir einen Kommentar und ich werde meinen Artikel nach Möglichkeit überarbeiten. Selbstverständlich könnt ihr auch gerne eine Email schreiben.

Letzte Aktualisierung: 30.1.2017

Quellen:
– Rote Hand Brief zu kombinierten hormonellen Kontrazeptiva
– Beipackzettel Cerazette, MSD
– Beipackzettel Microlut
– Beipackzettel Qlaira
– Beipackzettel Evra Verhütungspflaster
– Beipackzettel Sayana
– Ärztliche Informationsbroschüre zur Goldlily, Silverlily
– Beipackzettel NuvaRing, MSD
– Beipackzettel Implanon, MSD
– Beipackzettel IUB (the intrauterine ball)
– Natürliche Familienplanung heute, Springer Verlag, 978-3-642-29783-0


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Die Problematik von Verhütungsleiden

imageIn den heutigen modernen Zeiten ist Verhütung zur Selbstverständlichkeit geworden. Viele Frauen nehmen diese Angelegenheit selbst in die Hand, hauptsächlich deshalb, weil die meisten Verhütungsmittel nunmal für Frauen konzipiert sind. Außerdem ist es auch die Frau, die im Falle einer ungewollten Schwangerschaft die körperlichen Konsequenzen buchstäblich auszutragen hat
Aber mal ganz ehrlich: „Gäbe es, vom Kondom ganz abgesehen, weitere Verhütungsmittel für den Mann, wieviele Frauen würden sich in Puncto Verhütung schon gänzlich auf die Männerwelt verlassen?“
Vermutlich eher wenige! 😉

Außerdem sind moderne Verhütungsmittel relativ unkompliziert und finanziell im Rahmen. Der Großteil der Frauen kann sie sich leisten. Also wird Verhütung nicht als Problem angesehen, sondern als ausgezeichnete Gelegenheit zur vollen Kontrolle über die Familienplanung!

Eigentlich zu schön, um wahr zu sein…

„Doch hat man als Frau wirklich die volle Kontrolle?“

Nach gründlicher Überlegung und dem Eruieren schlichter biologischer Tatsachen, glaube ich das kaum.
Frauen nehmen Hormone zur Verhütung und erwarten ganz automatisch deren Wirkung in erster Linie an den weiblichen Geschlechtsorganen – weil sie es so glauben wollen. Doch wie schaut es in anderen Bereichen des Körpers aus? Denn ganz so einfach funktionieren Medikamente im menschlichen Körper leider nicht! Ginge es wirklich so gezielt, so bräuchte es keine Beipackzettel mit langen Listen an störenden Nebenwirkungen.
Von absoluter Kontrolle bei hormoneller Verhütung kann kaum die Rede sein!

Eine kleine Befragung im Freundeskreis ergab, dass Frauen in Sachen Nebenwirkungen durch Verhütung hauptsächlich offensichtliche Dinge damit in Verbindung bringen. Am häufigsten genannt wurden dabei Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Migräne und die Gefahr von Thrombosen. Auch das Stichwort Lungenembolie wurde mehrfach erwähnt. Recht deutlich zeigen die Antworten, dass durch die kritische Medienberichterstattung vielen Frauen der negative Effekt hormoneller Verhütung auf die Blutgerinnung des Körpers mittlerweile durchaus bewusst ist.

Allerdings halte ich das Thromboembolie-Risiko nicht für das größte Problem! Freilich ist die Beurteilung von Risikofaktoren zur Vermeidung von Blutgerinnseln mit lebensgefährlichen Komplikationen besonders wichtig, doch sollte nicht vergessen werden, dass es sich hierbei zwar um eine schlimme jedoch nicht gerade um die häufigste Nebenwirkung handelt. Selbstverständlich gilt es nach wie vor, traurige Schicksale durch Thromboembolien zu vermeiden, doch wo in solchen Fällen, die Sachlage, was im Körper vorgefallen ist, klar auf der Hand liegt, ist das bei anderen, sehr viel häufiger auftretenden Nebenwirkungen ganz und gar nicht der Fall. Darauf möchte ich mein Hauptaugenmerk richten!

Viele Nebenwirkungen durch Verhütung sind nicht offensichtlich zu erkennen. Das liegt zum einen daran, dass sie oftmals schleichend auftreten, d.h. mit einem unscheinbaren Verlauf, der sich erst mit den Monaten oder Jahren manifestiert, und zum anderen, weil sie nicht zwingend in den Bereich der „Frauenheilkunde“ fallen. Letzteres hat zur Folge, dass die Beschwerden vom zuständigen Facharzt (z.B. dem Orthopäden) nicht als Verhütungsleiden erkannt werden. Nicht selten resultieren daraus überflüssige Behandlungen, fehlgerichtete Untersuchungen oder belastende Medikamente. In solchen Fällen die richtigen Rückschlüsse zu ziehen, scheint mir die eigentliche Herausforderung bei verhütungsbedingten Nebenwirkungen!

Um nachzuvollziehen, wie vielschichtig Verhütungsbeschwerden sein können, muss man lediglich verstehen, wo Verhütungsmittel im menschlichen Körper überall mitmischen.

Als größtes potentielle Problem präsentieren sich hier die hormonellen Verhütungsmittel. Durch die Gabe von künstlichen Hormonersatzstoffen greift hormonelle Verhütung tief in den Hormonkreislauf des Körpers ein. Diese künstlichen Hormone imitieren die weiblichen Geschlechtshormone, also das körpereigene Östrogen und Progesteron.
Doch was genau steckt eigentlich hinter den weiblichen Geschlechtshormonen? Steuern sie wirklich nur die weiblichen Geschlechtsorgane, Fortpflanzungsmechanismen, Schwangerschaft und Geburt? Von wegen! Dahinter verbirgt sich sehr viel mehr!

Knapp zusammengefasst dominiert das Östrogen in der ersten Zyklushälfte den weiblichen Hormonpegel und wird, wenn schon nicht ausschließlich, so doch hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet, wohingegen in der zweiten Zyklushälfte der aus dem Eisprung hervorgegangene Gelbkörper Progesteron produziert, was zum vorherrschenden Hormon wird. Nach einem Abfall des Hormonpegels setzt die übliche Monatsblutung ein; damit beginnt der Vorgang von Neuem. Östrogen und Progesteron befinden sich in einem harmonischen auf und ab.

Das Wirkungsspektrum beider Hormone ist breit gefächert. Hier nur einige Schlagworte:

  • Beteiligung am Knochenumbauprozess
  • Bildung von Gelenkschmiere
  • Stimulierung der Synthese von Kollagen
  • Beeinflussung von Haut und Haare
  • Stimulierung des Immunsystems
  • Interaktion mit der Schilddrüse
  • Anteil am physischen Gleichgewicht
  • Mitwirkung im Stoffwechsel
  • Beeinflussung von Mikronährstoffen im Körper
  • Beeinflussung der Blutgerinnung
  • Einflussnahme auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers
  • Neurologische Beteiligung
  • Wirkung auf Konzentration, Gedächtnis und Gehör

Die Liste ist hiermit lange nicht zu Ende, aber schon jetzt wird klar, dass die Auswirkung beider Hormone auf den Körper gewaltig ist.
Genau hier liegt das Problem mit den unerwünschten Nebenwirkungen von künstlichen Hormonen begraben:

Sie wirken nicht nur auf die weiblichen Geschlechtsorgane! Zudem können die synthetischen Wirkstoffe nicht mit den „Originalen“ mithalten. Sie werden vom Körper auf andere Weise metabolisiert und besitzen somit nicht die gleiche Fähigkeit zur hormonellen Feinregulierung. Die Folge: Wichtige Prozesse gehen im Organismus verloren!

„Eine fehlende positive Wirkung kommt einer unerwünschten Nebenwirkung gleich, oder etwa nicht?“

Das „Rütteln“ mittels hormoneller Verhütung an diesem Hormonhaushalt ist für sich gesprochen bereits eine unterschätzte Nebenwirkung. Und welche Folgen dies für den Körper hat, ist für einen Laien völlig undurchschaubar!

 

Fakt ist: Die weiblichen Geschlechtshormone wirken vielerorts im Körper!

 

Für jede Wirkung erfolgt eine Gegenwirkung. Nur wo? Und kommt der Körper damit zurecht? Das sind die entscheidenden Fragen. Da wir nun wissen, wo die weiblichen Hormone im Körper überall mitmischen, ist es nur logisch, dass die möglichen Nebenwirkungen ebenso üppig sind. Nun könnte man argumentieren, dass viele Nebenwirkungen eher selten auftreten. Das mag ja stimmen. Viele Nebenwirkung sind für sich genommen selten, aber die Liste ist nunmal verdammt lang, was die relative Wahrscheinlichkeit, eine Nebenwirkung zu erleiden, in ein vollkommen anderes Licht rückt.

Als da wären:

  • Stimmungsschwankungen
  • Depressive Verstimmungen, Depressionen
  • Reizbarkeit, Aggressionen
  • Migräneattacken
  • Hitzewallungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Darmentzündung (Enteritis), Pilzinfektionen des Darms (Typ Candida)
  • vaginale Pilzinfektionen (Typ Candida), Lippenherpes
  • Rückenprobleme
  • Gelenkprobleme
  • Beschwerden an Knochen und Muskeln, Muskelschmerzen (Myalgie), Schmerzen in Armen und Beinen
  • Schilddrüsenprobleme, Hashimoto
  • Gewichtsveränderungen
  • Kreislaufschwierigkeiten, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
  • Erschöpfungszustände bzw. generelleres Unwohlsein
  • Defizit an Mikronährstoffen
  • Östrogenmangel (gerade bei Monopräparaten)
  • Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Venenentzündungen
  • Krampfadern
  • Durchblutungsstörungen
  • Sehstöhrungen
  • Hörsturz
  • Tinnitus
  • Schlafstörungen
  • Änderung der Libido (sexuelle Lust), „Kein Bock mehr auf Sex!“ (sehr makaber bei einem Verhütungsmittel)
  • Hautveränderungen (Juckreiz, Ausschläge, Entzündungen, Ekzem, Cellulite, fettige Haut, Akne)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Haarausfall
  • Männlicher Haarwuchs
  • Bluthochdruck, Herzrasen
  • trockene Schleimhäute
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Hustenreiz, gereizte Atemwege
  • Trockene Augen (Kontaktlinsenunverträglichkeit)
  • Zwischenblutungen
  • Brustveränderungen, Brustödeme, Brustdrüsensekretion (Brustausfluss)
  • erhöhtes Krebsrisiko bestimmter Organe (Brustkrebs, Lebertumore, Gebärmutterhalskrebs); Antibabypille von der WHO als krebserregend eingestuft! Allerdings sinkt unter der Einnahme der Antibabypille das Risiko für Eierstock- und Dickdarmkrebs, sowie bösartiger Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut! Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile!
  • Menstruationsstörungen
  • Periphere Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen im Körper)
  • und leider vieles mehr!

Wirklich überraschend ist die lange Liste an Nebenwirkungen bei hormoneller Verhütung nun wirklich nicht. Man kann vom Körper nicht verlangen, hochkomplexe Vorgänge lahmzulegen und gleichzeitig erwarten, dass dies spurlos an einem vorüberzieht.
Der menschliche Körper reguliert teilweise dagegen. Ob sich das Medikament negativ auswirkt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und kommt ganz darauf an, wie der Körper die Unannehmlichkeit kompensiert. Manche Frauen haben kaum Probleme damit, anderen kommen die Hormone aus individuellen Gründen sogar zugute. Beispielsweise bei Endometriose, wenn die Antibabypille einen positiven Behandlungseffekt bewirkt.
Meist gibt es jedoch keine zwingenden körperlichen Gründe zur Pille – abgesehen von der Verhütung – und keine Frau weiß wirklich, was die Hormone letztlich in ihrem Körper bewirken. Es lässt sich schwerlich vorhersagen! Die Variabilität der Verträglichkeit geht von beschwerdefrei bis Totalausfall.
Eine jahrzehntelange Anwendung von Hormonen zur Verhütung kann eigentlich nur bei zusätzlicher Indikation empfehlenswert sein, wenn der Nutzen das Risiko hinreichend abwiegelt. Eigentlich logisch, oder?

Nun ist die Pille heutzutage so selbstverständlich geworden, dass sie kaum mehr als vollwertiges „Medikament“ angesehen wird. Von der täglichen Routineeinnahme eingelullt, nehmen Millionen Frauen Hormone und vergessen darüber völlig, dass die Einnahme eine Last für den Körper bedeuten kann!

 

Fakt: Die Antibabypille (und andere hormonelle Verhütungsmittel) ist ein vollwertiges Medikament, mit dem Unterschied, dass es nicht gegen eine Krankheit, sondern oftmals nur zur Verhütung und am gesunden Körper eingesetzt wird.

 

Auch intrauterine Einlagen bergen einiges mehr an Nebenwirkungen als auf dem ersten Blick ersichtlich. So bewirkt eine Kupferspirale (oder Einlagen mit gleichem Wirkprinzip) nicht selten eine verstärkte Regelblutung. Dadurch kann der Eisenhaushalt gehörig ins Defizit rutschen, wobei daraus resultierende Beschwerden nicht sofort eintreten, sondern womöglich erst nach vielen Monaten. Das erschwert die richtige Diagnose erheblich!
Nebenwirkungen einer Kupferspirale durch eine verstärkte Regelblutung treten beispielsweise wie folgt in Erscheinung:

  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • Eisenmangel
  • Kopfscherzen
  • Haarausfall
  • geringe Belastbarkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Herzklopfen
  • Schilddrüsenprobleme
  • Zyklusstörungen

All das wäre halb so problematisch, würde man einfach die Verhütungsmethode wechseln, wenn es zu Beschweren kommt. Tja… Aber dazu muss man erst einmal wissen, dass die Verhütung dahintersteckt! Genau das ist das Problem!

Viele verhütungsbedingte Nebenwirkungen finden leider „versteckt“ und für die Frauen zunächst unbemerkbar statt. Beschwerden äußern sich zuweilen „schleichend“ und gewinnen erst mit den Jahren an Intensität. Welche Frau denkt da schon an ihre Verhütungsmethode, die sie vermeintlich nebenwirkungsfrei betreibt? Hinzu kommen die Belastungen durch den Alltag, die es noch schwieriger machen, die Gründe für körperliche Unzulänglichkeiten herauszufinden. Man ist durch Arbeit oder Familie abgelenkt, muss funktionieren und hat gar keine Gelegenheit, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sehr problematisch ist es, wenn durch depressive Verstimmungen bereits die Urteilsfähigkeit leidet.

Also geht so manch eine bisher gesunde junge Frauen mit verhütungsbedingten Beschwerden zum Arzt, die dort nicht mit der Verhütung in Zusammenhang gebracht werden. Was folgt sind Untersuchungen ohne eindeutigem Befund, gespickt mit Therapieansätzen und garniert mit Medikamenten. Da keine Ursache und somit auch keine Lösung zu finden ist, bleiben der Patientin die Beschwerden erhalten.
Allerdings frage ich mich, weshalb bei Arztbesuchen nie nach Verhütungsmethoden gefragt wird. Dabei gehört zu jeder ordentlichen Anamnese die Frage nach Medikamenten. Verhütung wird dabei sowohl von Ärzten als auch von Frauen völlig übersehen. So kommt es, dass verhütungsbedingte Beschwerden ungeklärt bleiben und allzu gerne entweder ‚chronisch‘ eingestuft oder als altersbedingte Gegebenheit abgetan werden. Deshalb hege ich den begründeten Verdacht, dass eine Dunkelziffer unerkannter und falsch behandelter Verhütungsbeschwerden wohl existiert.

Fakt: Die Dunkelziffer an Frauen mit versteckten Verhütungsleiden ist vollkommen unbekannt. Aus diesem Grunde gilt es, als Frau dafür zu Sorgen, dass man nicht Bestandteil dieser Dunkelziffer ist!

Betroffene Frauen bekommen nicht selten Floskeln in der Art zu hören:

„Sie sind doch gesund!“ – (Ist man nicht zum Arzt gegangen, weil man sich krank fühlt?)
„Das haben viele Leute!“
– (Ach was! Ich kenne sonst niemanden!)
„Dazu haben sie eben eine Veranlagung.“
– (Da bin ich aber die einzige in der Familie.)
„Da kann man leider nicht viel machen!“
– (Kommt immer auf den Ansatzpunkt darauf an.)
„Man wird eben nicht jünger!“
– (Was für eine überflüssige und taktlose Bemerkung.)
„Das hat nichts damit zu tun!“
– (Ungeschickte Antwort! Meist findet es sich in Beipackzetteln!)

Ende der traurigen Geschichte!

Allerdings möchte ich an dieser Stelle die Mediziner auch ein wenig in Schutz nehmen. Sie sind nunmal keine Hellseher, sondern auch nur Menschen, und es ist mitunter schwer, einen schlüssigen Zusammenhang zur Verhütung zu ziehen!
Abgesehen von den eindeutigen Auswirkungen (z.b. Thrombosen, Embolie), existiert das Erkennen von Verhütungsbeschwerden in der Medizin praktisch nicht. Es gibt keinen Test, der da lautet: „Verhütungsbeschwerden“
Manchmal bleibt Frauen bei dieser schwierigen Frage nichts anderes, als sich auf das Bauchgefühl zu verlassen. Man sollte gründlich überlegen, wann die Beschwerden zum ersten Mal auftraten und ob ein zeitlicher Zusammenhang mit der unter Verdacht stehenden Verhütungsmethode besteht. Verdichtet sich diese Annahme, so sollten Frauen sich nicht scheuen, ihren Arzt überzeugend darauf anzusprechen, nach Möglichkeit, ohne dem Mediziner dabei vor den Kopf zu stoßen – denn diese reagieren auf Eigeninitiative durch den Patienten zuweilen empfindlich. 🙂

 

Fakt: Bei anhaltenden Beschwerden mit unklarer Ursache, denen mit nichts beizukommen ist, sollte auch an die angewandte Methode zur Verhütung (z.B. Antibabypille, Hormonspirale, Kupferspirale u.a.) gedacht werden. Obwohl das nicht immer die Lösung ist, sollte man diese Ursache dennoch ausschließen, ehe Beschwerden chronisch eingestuft werden und unschöne Behandlungswege nach sich ziehen!

 

Ob das gesundheitliche Problem etwas mit der Verhütung zu tun hat, erfährt man leider meistens nur, indem man die Methode wechselt und schaut, was passiert – unter ärztlicher Absprache!
Es erfordert üblicherweise Mut, diesen Schritt zu unternehmen. Das Wechseln von Verhütungsmethoden ist häufig mit Unannehmlichkeiten verbunden. Beispielsweise erlischt beim Absetzen hormoneller Mittel der Verhütungsschutz und es stellt sich damit die Frage, was nun.
Meistens gibt es jedoch immer eine Lösung! Schwierig wird es nur, wenn zum Beispiel die hormonelle Verhütung Teil einer weiteren medizinischen Therapie darstellt, das heißt, sie dient nicht nur der Verhütung, sondern auch zur Behandlung. Das weitere Vorgehen bezüglich Nutzen und Risiko wird der Arzt entscheiden!

 

Fakt: Verhütungsmittel sollten nicht ohne ärztliche Absprache abgesetzt werden.

 

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie verlockend es ist, Verhütungsmittel auf eigene Faust zu pausieren. Das habe ich lange Zeit selbst hin und wieder getan. Trotzdem kann ich nur davon abraten. Es ist nämlich so, dass gerade am Anfang der Einnahme der Antibabypille das Risiko für Thrombosen am größten ist. Das gilt ebenso für den Wiedereinstieg nach einer mehrwöchigen Pillenpause! Der Gang zum Arzt sollte also nicht gemieden werden!

 

Fazit: Bedenkt man, wo Hormone überall im Körper eingreifen, kann ich mich nur wundern, wie unbedarft die Antibabypille eingenommen und selbst bei körperlichen Beschwerden als Heiligtum angesehen wird, vor allem dann, wenn im Gegenzug fleißig auf Globuli anstatt auf wirksame Arzneimittel gesetzt wird. Das ist sehr irritierend! Viele Frauen wollen Nebenwirkungen gar nicht wahrhaben oder Erfahren keine Unterstützung durch den Partner! Schade!
Bevor aufgrund einer ungeeigneten Verhütungsmethode Medikamente oder Behandlungen in Kauf genommen werden, sollte man – sofern möglich – die Methode unter ärztlicher Absprache wechseln. Mit etwas Glück, hat man als Frau die Lösung gefunden und fühlt sich gesundheitlich im Aufschwung!

 

Letzte Aktualisierung: 3.5.2017


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Verhütungscomputer und Apps – Machen sie wirklich Sinn?

imageVerhütungscomputer zur hormonfreien Verhütung sind schon längerer Zeit auf dem Markt. Neben anderen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille, intrauterinen Einlagen oder Kondomen repräsentieren sie lediglich ein Nischenprodukt und rangieren ganz hinten auf der Liste der beliebtesten Mittel zur Schwangerschaftsverhütung.
Im Zuge der Zeit allerdings – schließlich leben wir im einundzwanzigsten Jahrhundert – haben sich die Verhütungscomputer aufgrund der technischen Möglichkeiten weiterentwickelt. Ebenso finden unzählige Zyklus-Apps Einzug auf Smartphones und Tablets und locken mit der bisher vernachlässigten Möglichkeit, Schwangerschaftsverhütung ganz ohne Hormone oder intrauteriner Einlage zu betreiben.

„Immer mehr Frauen interessieren sich plötzlich für sogenannte Alternative Verhütung. – Oha?“

Sicherlich nicht ganz unschuldig an dieser Trendwende ist die negative Berichterstattung in den Medien über hormonelle Verhütung. Oder aber, Frauen sind einfach gesundheitsbewusster geworden. Wahrscheinlicher ist eine Mischung aus beiden Faktoren, welche die natürliche Familienplanung (kurz: NFP) in ein neues Licht rückt.
Schön und gut! Es ist nichts Verkehrtes daran, aus Gründen des gesundheitlichen Wohlergehens auf Hormone zu verzichten! Aber wenn man sich als Frau für natürliche Verhütung entscheidet, so sollte man sich keinesfalls blindlings auf die erstbeste ZyklusApp einlassen ohne überhaupt zu wissen, anhand welcher Kriterien diese App schicksalsschwere Entscheidungen für den eigenen Körper fällt! Ebenso verhält es sich bei den Verhütungscomputern! Die Sicherheit solch softwaregesteuerter Verhütung ist sehr, sehr unterschiedlich!!!
Und eine Schwangerschaft ist wirklich schnell passiert!

„Okay… klingt zunächst nicht sehr danach, als wären Apps und Verhütungscomputer zu befürworten, oder?“

Nun ja, das kann man so auch nicht sagen. An dieser Stelle wäre es unrealistisch, generell von Apps und Verhütungscomputer abzuraten. Eine solch herbe Kritik wäre einfach nicht zeitgemäß, wo wir doch umgeben sind von Fortschritt und Technik! Gerade jüngere Menschen sind sehr mit ihrem Smartphone verbunden und teilen von Freizeitbeschäftigungen, sportlichen Aktivitäten bis hin zum eigenen Zyklusgeschehen alles denkbar mögliche. Was die ältere Generation absolut nicht nachvollziehen kann, ist nunmal vollkommen normal und nicht von der Hand zu weisen.
Zyklus-Apps finden unkompliziert und kostengünstig ihren Weg auf die Smartphones vieler Frauen. Auch auf meinem Handy hat sich so manche Zyklus-App eingefunden – aus purer Neugierde. Zyklus-Apps lassen sich definitiv nicht von den Handys verbannen, indem man strickt davon anrät. Deshalb halte ich es eher so, aus dieser nicht aufzuhaltenden Entwicklungen das Beste herauszuschlagen.

„Eine Frau, die natürlich ohne Hormone verhüten und begleitend dazu eine App oder einen Verhütungscomputer nutzen will, kann das tun, wie ich finde, vorausgesetzt sie beachtet einige goldene Regeln!“ – Dazu gleich mehr.

Das Problem bei der natürlichen Familienplanung ist die Vielfalt unterschiedlicher Auswertungsmethoden, die sich hinsichtlich ihrer Sicherheit massiv unterscheiden:

  • verschiedene Temperaturmethoden
  • Kalender-Methode (Knaus Ogino)
  • Zervixschleimmethode (nach Billings)
  • Hormonmessung (LH-Bestimmung im Urin mittels Teststreifen)
  • symptothermale Methoden in unterschiedlichen Varianten
  • diverse Verhütungscomputer

Bei dieser Variabilität ist es nicht weiter verwunderlich, dass bei der natürlichen Familienplanung zum Teil sehr unsichere Methoden zur Anwendung kommen. Selbst viele niedergelassene Frauenärzte haben sich mit dieser Thematik bisher nicht fundiert auseinandergesetzt und sprechen aus mangelnder Kenntnis heraus selten die Empfehlung zur natürlichen Verhütung aus.

„Um natürliche Familienplanung sicher zu gestalten, sollte man selbstverständlich nur sinnvolle Varianten der NFP anwenden! Hierzu zählen symptothermale Methoden mit einfach zu erlernendem und unmissverständlichem Regelwerk.“

Symptothermal bedeutet, dass die fruchtbare Phase durch doppelte Kontrolle im jeweils aktuellen Zyklus ermittelt wird, nämlich durch die Basaltemperatur (-thermal) und weitere Körpersymptome (Sympto-). Auf diese Weise ist auch bei der Variabilität des weiblichen Eisprungs (=nicht immer am gleichen Zyklustag) eine verlässliche Verhütung möglich!

Doch Achtung: Auch unter den symptothermalen Methoden gibt es unterschiedliche Varianten!!! Deshalb möchte ich auf ein wirklich durchdachtes Regelwerk (Sensiplan) verweisen:

  • Natürlich und sicher (Praxisbuch) Arbeitsgruppe NFP, Trias Verlag, ISBN: 978-3-8303-3558-7
  • Natürlich und sicher (Arbeitsheft) Arbeitsgruppe NFP, Trias Verlag, ISBN: 978-3-8304-6568-3
  • Natürliche Familienplanung heute (Hintergrundwissen), Springer Verlag, ISBN: 978-3-642-29783-0

(Mehr zu Sensiplan)

Dieses Regelwerk sollte jede Frau zur natürlichen Verhütung kennen und beherrschen. Die Methodensicherheit der symptothermalen Methode Sensiplan kann sich mit einem Pearl-Index von 0,4 (Gebrauchssicherheit 1,8) wirklich sehen lassen.

„Der erste Schritt zur natürlichen Verhütung wäre hiermit schonmal geklärt!“

Wer sich damit auseinandersetzt, erkennt rasch, dass mehr als ein qualitatives Thermometer und Stift und Papier dazu nicht nötig sind, sprich:

„Verhütungscomputer und Apps sind zur natürlichen Familienplanung streng genommen vollkommen überfüssig! Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass sie ein absolutes No-Go sind.“

Allerdings gibt es bei der Auswahl des elektronischen Hilfsmittels einiges zu beachten!
Gerade bei Apps ist es problematisch, weil häufig nicht eindeutig ersichtlich ist, und ob sie lediglich zur Zyklusaufzeichnung oder auch zur Schwangerschaftsverhütung anwendbar sind. Zwar sammelt man seine persönlichen Zyklusdaten wie Zykluslänge, Stärke der Menstruation, Beschwerden und vieles mehr, aber sie sind nicht qualifiziert dafür, eine Schwangerschaft zu vermeiden!
Da mache Apps zusätzliche eine Aussage über fruchtbare bzw. unfruchtbare Tage machen, fühlen sich einige Frauen zu ungeschützten Sex an den vermeintlich unfruchtbaren Tagen verleitet, weil es für sich gesehen zunächst logisch klingt. Das setzt allerdings voraus, dass die Angaben zu den unfruchtbaren Tagen richtig sind. Das ist nicht immer der Fall!
Nur weil eine App durch bloße Angaben von Menstruationsdaten von sich behauptet, „den Eisprung zu ermitteln“, bedeutet das noch lange nicht, dass diese Angaben stimmen und sich mit dieser App langfristig eine Schwangerschaft sicher vermeidet lässt!!!
Hellhörig sollte man werden, wenn in der App kein Sterbenswörtchen erwähnt darüber wird, nach welcher Methode die Software fruchtbare und unfruchtbare Tage eigentlich festlegt. Bei einigen zweifelhaften Apps, die ich mir angesehen habe, schien es so, als würde der Eisprung nach der primitiven Kalendermethodik festgelegt. Im Vorfeld und Anschluss daran werden noch ein paar fruchtbare Tage angepappt, so dass sich im ganzen zirka sieben Tage ergeben, welche von der App als „fruchtbare Zeit“ präsentiert wird.
Ojemine!
Gerade jüngere Frauen lassen sich durch solche Apps zu der fälschlichen Auffassung verleiten, dass sich damit verhüten lässt.

„Bitte macht das nicht!“

Solche Apps unterschlagen komplett die biologische Tatsache, dass der Eisprung nicht in jedem Zyklus am selben Zyklustag stattfindet, sondern sich um einige Tage verschieben kann – selbst bei einem ansonsten regelmäßigen Zyklus! Derartige Apps haben keinerlei Ahnung, wann der Eisprung bei der Nutzerin tatsächlich stattgefunden hat. Sie tappen völlig im Dunkeln und sind nicht, aber absolut gar nicht, zur Verhütung geeignet!

Auch sind Apps „zum Kinderwunsch“ nicht im umgekehrten Sinne „zur Schwangerschaftsvermeidung“ tauglich, indem man einfach den Nutzen umkehrt. Unfruchtbar ist hier nicht gleichbedeutend mit sicher unfruchtbar!! Hier kann Einiges missverstanden werden!

Andere Apps rühmen sich hochoffiziell damit, dass sie zur Verhütung geeignet sind, da sie nach bestimmten Methoden auswerten. Nun ist es leider so, dass Apps oder Verhütungscomputer in punkto Verhütungsalgorithmus alle ihr eigenes Süppchen brauen – mit mehr oder weniger gutem Erfolg. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie der bewährten Methode nach Sensiplan das Wasser reichen können.
Deshalb ist der richtige Umgang mit Verhütungscomputern und Apps äußerst wichtig, besonders dann, wenn eine Schwangerschaft sicher vermieden werden soll.

  • Bei Apps und Verhütungscomputern sollte man darauf achten, dass vom Hersteller klare Angaben gemacht werden, ob das Produkt zur reinen Zyklusaufzeichnung, Kinderwunsch oder Schwangerschaftsverhütung gedacht ist. Trifft letzteres zu, muss zudem eindeutig daraus hervorgehen, nach welchen Regeln ausgewertet wird!!!
  • Manche Verhütungscomputer stützen ihre Funktion lediglich auf die Auswertung von Hormonen im Urin. Das ist zur natürlichen Schwangerschaftsverhütung nicht ausreichend!
  • Zur natürlichen Verhütung eignet sich, wie bereits erwähnt, die symptothermale Methode. Dazu müssen mehrere Körpersymptome berücksichtigt werden, wobei die Basaltemperatur und Zervixschleimbeobachtung zwingende Kriterien darstellen!!!
  • Auch wenn die symptothermale Methode eine hohe Sicherheit bietet, trifft dies aufgrund unterschiedlicher Auswertungsmethoden nicht auf alle Apps zu! Eine aktive Lernphase, in der die Frau sich mit der symptothermalen Methode auseinandersetzt und die einfachen Regeln zur Auswertung erlernt, kann und sollte nicht durch eine App oder einen Verhütungscomputer ersetzt werden!
  • Bei einigen Apps ist mir der zweifelhafte Umgang mit dem Datenschutz aufgefallen. Bitte also vorher überlegen, welch sensible Daten online weltweit preisgegeben werden sollen.

„Möchte man als Frau natürlich ohne Hormone verhüten, steht an allererster Stelle immer ein vernünftiges Regelwerk zur symptothermalen Verhütung (Sensiplan bevorzugt). Im Anschluss daran kann man entscheiden, ob man zum Komfortgewinn einen Verhütungscomputer oder eine App parallel nutzen möchte.“

Ich persönlich finde es eine prima Sache, wenn der Verhütungscomputer die morgendliche Basaltemperatur misst und die Daten langfristig automatisch aufzeichnet.
Viele Apps bieten elektronische Unterstützung bei der Aufzeichnung und ersetzen damit Bleistift und Papier (Eintragen der Basaltemperatur, Zervixschleim, Menstruation, LH-Test, Krankheit, Besonderheiten usw.). Oftmals werden noch akustische Messerinnerungen angeboten. Alles insgesamt sehr praktisch!

Bei einer Auswertungsunterstützung durch den Computer (z.B. Cyclotest myWay, Cyclotest 2 plus, Daysy, Pearly, Ladycomp) oder eine App (z.B. myNFP, Ovuview, Lily, Natural Cycles) sollte man eines nie, auch wirklich nie, vergessen:
Da es sich um ein Stück Software handelt und nicht um ein menschliches Wesen, ist Mitdenken stets vorausgesetzt! Zusätzlich zur Auswertung durch das Programm sollte zum entsprechenden Zeitpunkt eine manuelle Auswertung durch die Nutzerin erfolgen. Da ein digitales Zyklusblatt den umständlichen Papierkram ersetzt, geht das entsprechend flott und nimmt kaum Zeit in Anspruch.
Ebenso kann ein Computer oder eine App nicht hellsehen, wenn die Nutzerin gerade erkältet ist und es deshalb zu falschen Werten bei der Basaltemperatur kommt! Solche Fakten müssen berücksichtigt werden!

Die Goldene Regel bei der Anwendung von Verhütungscomputern oder Apps:

Zuallererst sollte man sich in einer Lernphase die Regeln zur symptothermalen Verhütung (nach Sensiplan) aneignen. Bei allen Entscheidungen über fruchtbare oder unfruchtbare Tage sticht der Mensch bzw. die Frau den Computer oder die App! Im Zweifelsfall einfach von Fruchtbarkeit ausgehen!

Wer diese Dinge beherzigt, fährt schon mal nicht schlecht mit der computerunterstützten symptothermalen Verhütung. 😉

Letzte Aktualisierung: 4.3.2017


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Diagnosesteller: Google – Ein zweischneidiges Schwert – Top 10 Suchbegriffe

IMG_3042Die häufigsten Suchbegriffe, über welche Leser Zugang zu meiner Seite finden, zeigen deutlich, wie oft Frauen mit körperlichen Beschwerden im Internet nach den Ursachen forschen. Das wirft die berechtigte Frage auf, weshalb es überhaupt dazu kommt, dass im World-Wide-Web nach Diagnosen gesucht wird! Normonalerweise sind Ärzte dafür zuständig – so könnte man meinen! Ein guter Arzt sollte immer ein Ohr für die Sorgen und Ängste seiner Patienten übrig haben und deren „Vermutungen“ nicht postwendend ignorieren!

Manchmal ist das „Bauchgefühl“ eines Patienten nicht zu verachten!

Nicht selten kommt es vor, dass sich Patienten von ihrem Arzt nicht ernst genommen fühlen. Man wird als „Hypochonder“ abgestempelt und hat den Eindruck, dass der Arzt auf der gegenüberliegenden Seite des Schreibtischs nichts von alledem hält, was man sagt.

Antworten wie:

„Das ist nichts. Sie sind jung und gesund.“
„Das haben viele Leute.“
„Das ist in ihrem Alter normal“
„Das hat nichts damit zu tun.“

… sind eben keine Antworten! Nach einem solchen Arztbesuch ist man bedauerlicherweise genauso schlau wie vorher. 😦 Manche Patienten akzeptieren insgeheim diese ablehnende Ärztehaltung nicht und suchen – derart mit den Beschwerden alleine gelassen – Hilfe im Internet. In diversen Suchmaschinen wird nach den Symptomen und möglichen Zusammenhängen gesucht.

Fragen wie:

„Kann man von der Kupferspirale Haarausfall bekommen?“

… oder:

„Sind Muskel- und Gelenkschmerzen durch die Pille möglich?“

… legen die Vermutung nahe, dass Ärzte solche Zusammenhänge kongret verneinen. Die Patienten sind dabei durchaus anderer Meinung  und erhoffen sich im Internet eine Bestätigung ihres „Bauchgefühls“. Ich finde es sehr schade, dass Patienten durch dieses passive Verhalten von Ärzten überhaupt dazu genötigt werden, im Internet nach gesundheitlichen Ratschlägen zu stöbern. Um es gleich vorweg zu nehmen:

Das eigenmächtige „Ergoogeln“ von Diagnosen im Internet ist eine sehr gefährliche Angelegenheit. So manches Symptom einer an sich harmlosen Krankheit passt auch zu einer schlimmen Erkrankung! Nicht immer gestaltet sich eine korrekte Diagnose unkompliziert. Das verzweifelte Wühlen in den Suchmaschinen macht einen unter Umständen kränker als man in Wahrheit ist. Letztendlich landet man psychologisch gesehen in einer düsteren Sackgasse!

Damit man in der Flut an Informationen nicht den Überblick verliert, sollten:

  • alle gesundheitlichen Infos nochmals durch eine zusätzliche seriöse Quelle auf ihren Wahrheitsgehalt verifiziert werden,
  • Ergebnisse letztendlich mit einem Arzt besprochen werden (auch wenn man schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht hat).

Zwar sind diese endlos und rasch abrufbaren Gesundheitsinformationen aus dem Netz sehr praktisch, doch der Umgang damit will gelernt sein! Bei gesundheitlichen Problemen ist es oft schwer, einen klaren Kopf zu bewahren, doch es nutzt nichts, sich selbst verrückt zu machen!

Die Top 10 Suchanfragen:

Platz 1: Infos über die Kupferspirale wie Kosten, Lage, Wirkprinzip, Rückholfaden, Erfahrungen usw. Viele Frauen möchten gerne wissen, welche Erfahrungen mit der Kupferspirale gemacht wurden. (passender Beitrag: Erfahrungsbericht der Kupferspirale)

Platz 2: Muskel- und Gelenkschmerzen durch die Kupferspirale. Ein sehr häufiger Grund, weswegen meine Seite angesurft wird. Anscheinend kein allzu seltenes Phänomen. (passender Beitrag: Kupferspirale und Gelenkschmerzen)

Platz 3: Alternative Verhütung / NFP / Sensiplan. Der Wunsch nach alternative Verhütung ist bei vielen Frauen bereits geweckt. Doch der letzte Schritt dazu wird meist nicht gewagt! Dabei ist es nun wirklich keine allzu komplizierte Angelegenheit! Die falschen Vorurteile der NFP wiegen stark und der Mut dazu fehlt! Nur wer sich gründlich informiert, erkennt den tatsächlichen Wert dieser Methode. (passender Beitrag: Natürliche Verhütung mit Sensiplan)

Platz 4: Gynefix / Kupferkette. Neben der Kupferspirale erobert nun auch die Kupferkette den Verhütungsmarkt. Ihr großer Vorteil liegt darin, dass sie auch bei Frauen, die noch nicht geboren haben, Anwendung finden kann. Das Wirkprinzip zur Kupferspirale ist übrigens identisch! (passender Beitrag: Die Kupferkette)

Platz 5: Rote Hand Brief / Embolie / Risiko Pille. Nebenwirkungen durch die Pille rücken durch die zunehmend kritischere Berichterstattung in das Bewusstsein der Frauen. (passender Beitrag: Thromboembolierisiko – Klage gegen Bayer oder Rote-Hand-Brief bezüglicher kombinierter hormoneller Verhütungsmittel)

Platz 5: Cyclotest myWay oder Cyclotest myPlan. Bei der natürlichen Verhütung wollen manche Frauen nach einiger Zeit auf Papier und Bleistift verzichten und lieber einen Verhütungscomputer verwenden. Mit den Regeln der NFP sollte man dennoch vertraut sein! (passender Beitrag: Cyclotest myWay oder myPlan)

Platz 6: Eisenmangel / Zinkmangel / Haarausfall durch die Kupferspirale. Eine weitere häufige Suchanfrage. Die Neigung zu verstärkten Regelblutungen bei liegender Kupferspirale bewirkt nicht selten einen Eisenmangel, der sich in Haarausfall äußern kann. Ebenso wird Haarausfall durch Zinkmangel vermutet, weil Kupfer und Zink im Körper als Gegenspieler fungieren. (passender Beitrag: Haarausfall durch die Kupferspirale)

Platz 7: Schilddrüsenunterfunktion von bzw. nach der Kupferspirale. Ebenso eine häufige und berechtigte Suchkombination. (passender Beitrag: Kupferspirale und Schilddrüsenunterfunktion?)

Platz 8: Zyklusunregelmäßigkeiten durch Kupferspirale. Es wird gesagt, eine Kupferspirale beeinträchtigt den weiblichen Zyklus nicht – trotzdem ist es eine hochfrequentierte Suchanfrage. (passender Beitrag: Kupferspirale und Zyklusstörungen?)

Platz 9: Nebenwirkungen der Pille (Husten, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen). Dass die Antibabypille Nebenwirkungen hat, wird kaum jemand bestreiten. Nur ist nicht jedem die Vielfalt dieser Nebenwirkungen bewusst! (passender Beitrag: Wirkung künstlicher Hormone im Körper)

Platz 10: Infos über Menstruationstassen. Kaum eine Frau kennt diese praktische kleine Tasse. Sehr schade! Wer sich traut, trennt sich meist nicht mehr davon! (passender Beitrag: Menstruationstasse statt Tampons und Binden)

Auffälligster Suchbegriff: Pearl-Index der Menstasse. Menstruationstassen sind ein praktischer Ersatz für Binden und Tampons und nicht zu verwechseln mit einem Diaphragma oder Potiokappe. Zur Verhütung sind Menstruationstassen nicht geeignet! (passender Beitrag: Welche Verhütungsmethoden gibt es? oder Menstruationstasse)


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Wie und wann genau kommt es im weiblichen Körper zu einer Schwangerschaft?

IMG_2792-0

„Der erste Schritt zur erfolgreichen Verhütung ist ein sicheres Verständnis dafür, wie es im weiblichen Körper zu einer Schwangerschaft kommt.“

Durch hormonelle Regulation reift im Körper einer jungen Frau in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ein befruchtungsfähiges Ei heran. Früher sprach man hierbei von einem 28-Tage-Zyklus. Nach neuen medizinischen Erkenntnissen gelten Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen als durchaus normal. Auch ist der Zyklus bei jungen Mädchen oft noch unregelmäßig, da sich die hormonellen Regelkreise erst einpendeln müssen. Ebenso sind in den Wechseljahren (Prämenopause) Schwankungen in der Zykluslänge normal.

„Die Länge des Menstruationszyklus einer Frau ist recht unterschiedlich und nicht zuletzt abhängig von der Lebensphase.“

Die erste Regelblutung, die sogenannte Menarche, findet im Verlauf der Pubertät zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr statt. Diese allererste Regelblutung markiert die erste Abbruchblutung bzw. den Beginn des zweiten Menstruationszyklus im Leben eines Mädchens, das nun zur jungen Frau herangereift ist und selbst Kinder bekommen kann.
Obwohl die ersten Zyklen oft anovulatorisch, also ohne Eisprung sind, ist eine Schwangerschaft vor der ersten Regelblutung durchaus möglich, da zehn bis sechzehn Tage vor der Menstruation im weiblichen Zyklus der sogenannte Eisprung erfolgt. Kommt es in dieser ersten fruchtbaren Zeit zum ungeschützten Geschlechtsverkehr, kann ein Mädchen bereits vor der Menarche schwanger werden.

„Auch wenn ein junges Mädchen noch nicht ihre Regel hat, sollte sie beim Geschlechtsverkehr verhüten!“

Die allerletzte Regelblutung (Menopause) findet durchschnittlich im Alter von 50 Jahren statt und markiert das Ende der Fruchtbarkeit einer Frau. Leider kann man als Frau schlecht vorhersagen, ob es sich bei der vermeintlich letzten Regelblutung auch wirklich um die Menopause gehandelt hat. Erst wenn es zwölf Monate lang zu keiner Blutung mehr gekommen ist, kann man davon ausgehen, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.

„Nach der angenommen letzten Regelblutung (Menopause) sollte noch mindestens ein Jahr lang verhütet werden!“

Jede Frau sollte in groben Zügen verstehen, wie der weibliche Zyklus abläuft:
Er beginnt mit dem Einsetzen der Monatsblutung. Diese dauert zirka vier bis fünf Tage und ist von Frau zu Frau unterschiedlich stark.
Üblicherweise ist eine Frau während ihrer Periode nicht fruchtbar. Diese Ansicht ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sich besonders bei kurzen Zyklen mit frühem Eisprung aufgrund der Überlebensfähigkeit der Spermien die fruchtbare Phase mit der Menstruation überschneiden kann.

„Sex während der Periode schützt nicht generell vor einer Schwangerschaft!“

Gesteuert wird der weibliche Zyklus durch einen hormonellen Regelkreis, in dem nicht nur die beiden Hormone Östrogen und Progesteron eine Rolle spielen.
Durch die Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) wird in den beiden Eierstöcken (Ovarien) die Follikelreifung angeregt.
Die erste Zyklushälfte vor dem Eisprung wird deshalb als Follikelreifungsphase oder Präovulatorische Phase bezeichnet. Sie ist nicht immer gleich lang und wird von äußeren Faktoren wie Stress, Krankheit usw. beeinflusst. Das bedeutet für den Eisprung, dass dieser nicht immer am gleichen Zyklustag stattfindet. Er lässt sich somit nicht sicher berechnen!

„Der Eisprung findet durch Verzögerungen in der Follikelreifungsphase nicht immer am gleichen Zyklustag statt!“

Ein ansteigender Östrogenspiegel in der ersten Zyklushälfte bewirkt eine Veränderung in der Beschaffenheit der Zervixschleimqualität, was sich bei der Frau in einem zunehmenden Feuchtigkeitsgefühl am Scheideneingang äußert. Dieser Vorgang sorgt sowohl für das Überleben der männlichen Spermien im Scheidenmilieu als auch für den Weitertransport der Spermien in die Gebärmutterhöhle.
Mit dem Höhepunkt der Östrogenkonzentration kommt es parallel zu einer Spinnbarkeit des Zervixschleims. Der Eisprung rückt nun näher.

„Zervixschleim ist kein krankhafter Ausfluss, sondern ein fester Bestandteil des weiblichen Zyklus und ein deutliches Zeichen für die Fruchtbarkeit der Frau.“

Hat die Östrogenkonzentration ein gewisses Level erreicht, kommt es zur Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH). Die Östrogenkonzentration sinkt. Hat das luteinisierende Hormon seinen Gipfel erreicht, erfolgt der Eisprung (Ovulation) innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden. Diesen LH-Gipfel lässt sich mittels Urinteststreifen bestimmen. Solche Ovulationstest kommen bei Pärchen häufig beim Kinderwunsch zum Einsatz, um den optimalen Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr zu bestimmen.

„Der Eisprung erfolgt zirka 9-24 Stunden nach dem LH-Gipfel.“

Der Zeitraum der Ovulation ist zeitlich eng bemessen. Eine Mehrfachovulation – wie z.B. bei Zwillingen – kann zwar vorkommen, jedoch maximal in einem Abstand von wenigen Stunden.

„Es gibt nur einen Ovulationszeitraum innerhalb des weiblichen Zyklus!“

Damit es zu einer Schwangerschaft kommt, muss die Befruchtung der Eizelle durch männliche Spermien innerhalb kurzer Zeit nach dem Eisprung erfolgen, da die Lebenszeit der Eizelle nur zirka 24 Stunden beträgt.
Nun können männliche Spermien nach einem Samenerguss unter idealen Bedingungen im Uterus der Frau noch einige Zeit überleben. Man nimmt an, dass die Befruchtungsfähigkeit der Spermien bei fünf Tagen liegt, sehr selten auch etwas länger. Findet Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung statt, können die Spermien noch bis zum Eisprung überdauern und eine Schwangerschaft bewirken. Deshalb ist die Frau schon tagelang vor dem Eisprung fruchtbar!
Kombiniert man die Lebenszeit der Eizelle und die Befruchtungsfähigkeit der Spermien, so ergibt sich eine fruchtbare Phase der Frau von etwa 6 Tagen innerhalb eines Zyklus. Findet innerhalb dieser Zeit ungeschützter Geschlechtsverkehr statt, ist eine Schwangerschaft generell möglich!

„Die weibliche Eizelle hat eine Lebensspanne von 24 Stunden. Spermien besitzen eine Befruchtungsfähigkeit von fünf Tagen.“

Der Zeitraum zwischen Eisprung und dem Einsetzen der nächsten Blutung wird als Gelbkörperphase oder Postovulatorische Phase bezeichnet und beträgt konstant zwischen 10 und 16 Tage (tritt danach noch immer keine Blutung ein, kann von einer Schwangerschaft ausgegangen werden). In dieser Zeit werden vom Gelbkörper, entstanden durch den weiblichen Follikel, hohe Mengen an Progesteron ausgeschüttet, was einen minimalen Anstieg der Körpertemperatur um zirka 0,5 – 0,2 Grad Celsius bewirkt. Diesen Umstand können sich Frauen bei der symptothermalen Zyklusbeobachtung nutzbar machen, denn die mit dem Basalthermometer nachgewiesene Temperaturhochlage deutet auf einen erfolgten Eisprung hin! Eine weitere Ovulation wird durch die Wirkung des Progesterons unterdrückt. Zusätzlich bewirken Veränderungen im Zervikalschleim eine natürliche Barriere gegenüber Spermien. Während diesem Zeitraum vor der Periode ist eine Frau sicher unfruchtbar.

„Durch die Messung der Basaltemerpatur kann ein erfolgter Eisprung nachgewiesen und der Beginn der sicher unfruchtbaren Zeit festgelegt werden. Der Eisprung lässt sich allerdings nicht im Vorfeld bestimmen!“

Durch die Rückbildung des Gelbkörpers und einen raschen Abfall von Progesteron kommt es zur Menstruationsblutung.
Ein neuer Zyklus beginnt.

„Verhütung bedeutet, ein erfolgreiches Zusammentreffen zwischen weiblicher Eizelle und männlichen Spermien zu verhindern – durch mechanische, hormonelle oder enthaltsame Mittel.“


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Erfahrungsbericht Teil 10 – Endstation Verhütungsodyssee!

imageEwig hat sie gedauert – meine Verhütungsodyssee!

Jetzt bin ich am Ende der „Erfahrungsreise Verhütung“ angelangt! 🙂

Bis dahin habe ich einige Erfahrungen gesammelt, sowohl positive als auch negative. Auf Letztere hätte ich gerne verzichtet. Statt dessen wurde ich konfrontiert mit Nebenwirkungen und ratlosen Ärzten, mit zweifelhaften Verhütungscomputern, geplatzten Kondomen und anderen Unannehmlichkeiten.

Viele verschiedene Methoden zur Verhütung habe ich ausprobiert:

  • Kondome
  • hormonelle Verhütung (Kombinationspille)
  • östrogenfreie hormonelle Verhütung
  • symptothermale Verhütung
  • Kupferspirale
  • Sensiplan (Regelwerk zur symptothermalen Verhütung)
  • diverse Verhütungscomputer
  • Zyklus-Apps

Dabei habe ich festgestellt:

  • Aufgrund von Nebenwirkungen bin ich schlicht inkompatibel zu den meisten gängigen Verhütungsmethoden!
  • Kondome haben bei mir die Eigenart, zu platzen, fast so, als hätte mein Körper als evolutionäre Weiterentwicklung zur Erhaltung der Art einen eingebauten Pickser! 🙂
  • Ich gehöre zu der Sorte Frau, die auf echte weibliche Hormone angewiesen ist, um sich wohl und gesund zu fühlen! Hormonelle Verhütung, mit der ein echter weiblicher Zyklus nicht möglich ist, fällt damit komplett weg!

Wenn ich heute meine vergangenen Entscheidungen in Sachen Verhütung überdenke, hätte ich einige sehr gerne anders beschlossen:

  • In puncto hormoneller Verhütung hätte ich mir eine zeitliche Obergrenze gesetzt, denn es ist schwer abzuschätzen, auf welche Spätfolgen man sich durch hormonelle Verhütung einlässt! Also hätte ich hormonelle Verhütung nur noch zur Überbrückung von Schul-, Lehr- bzw. Studierzeit angewandt.
  • Ich hätte mich viel früher an eine Kupferspirale oder Kupferkette herangetraut.
  • Ich hätte mich intensiver mit symptothermaler Verhütung beschäftigt. Wenn man es richtig angeht, ist natürliche Verhütung entgegen dem allgemeinen Vorurteil überhaupt nicht unsicher. Ein ordentliches Regelwerk ist dabei unumgänglich! Ich empfehle die Methode Sensiplan.


Letzten Endes boten sich mir zur Verhütung nur noch wenige Möglichkeiten. Die „Symptothermale Verhütung“ war für mich die beste Lösung. Ich beherrsche dieses Vorgehen mittlerweile sprichwörtlich im Schlaf! Habe ich mal keine Lust auf Stift und Papier, kommen zur Dokumentation der Körpersymptome Hilfsmittel wie Apps oder Verhütungscomputer zum Einsatz.
Im Laufe der Zeit habe ich die Zyklusbeobachtung lieben gelernt, weil sie sehr viele Vorteile mit sich bringt. Schließlich erhält man einen prima Einblick in den eigenen weiblichen Zyklus. Dieses Wissen ist sehr wertvoll! Es hilft nicht nur bei der Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Zeit, sondern auch beim Erkennen und Diagnostizieren von Zyklusstörungen! Außerdem kann die Methode sowohl zur Verhütung als auch zum Kinderwunsch angewandt werden! 😉
Symptothermale Zyklusbeobachtung ist mehr als nur Verhütung:

  • Man kann die Periode gut vorhersagen und ist nicht davon überrascht.
  • Man kennt die kritischen Tage, an denen es im Zyklusverlauf höchstwahrscheinlich zu Beschwerden unterschiedlicher Art kommen kann (z.B. PSM, Kopfschmerzen usw.), und kann sich darauf einstellen.
  • Zyklusunregelmäßigkeiten lassen sich erkennen.
  • Prima einsetzbar zum Kinderwunsch (der Zeitpunkt des Eisprungs kann relativ gut eingegrenzt werden).
  • Es findet kein Eingriff in den Hormonhaushalt statt und es kommt zu keiner künstlichen Beschränkung der Libido.

Hierhin hat sie mich also geführt, meine Erfahrungsreise! Das Thema Verhütung ist für mich endgültig abgeschlossen. 😆 Nur ein wenig ärgere ich mich, dass ich bei all dem Ungemach nicht früher auf die natürliche Familienplanung umgestiegen bin!

Es ist ein besonderes Phänomen bei der NFP, dass Frauen, die damit eine Weile verhütet haben, hinterher wünschten, eher damit begonnen zu haben!

Ganz genau, hinterher ist man immer schlauer… 😉

Letzte Aktualisierung: 22.10.2017


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier

Zyklusunregelmäßigkeiten! Was ist noch normal? Was bedeutet das für die NFP?

IMG_2697Der weibliche Zyklus! Er wiederholt sich alle achtundzwanzig Tage – so liest man es zumindest in den meisten Quellen. Bei manchen Frauen ist er so verlässlich wie ein Uhrwerk. Tatsächlich habe ich eine Freundin, bei der geht das Schlag auf Schlag, jeden Monat gleich – zumindest sagt sie das so.
Auch bei Frauen, welche die Pille nehmen, ist der Rhythmus stur auf 28 Tage festgelegt. Man gewinnt den Eindruck, nichts anderes sei normal!
Sehr schön, wenn der Zyklus regelmäßig verläuft und man sich auf die Vorgänge im Körper verlassen kann.

Aber was, wenn das nicht so selbstverständlich ist? Ist es normal, wenn der weibliche Zyklus nicht nach diesen achtundzwanzig Tagen tickt?

Tatsächlich hat eine Auswertung vieler Zyklen gesunder Frauen ergeben, dass Schwankungen um mehr als sieben Tage innerhalb eines Jahres durchaus als normal zu erachten sind! In der Realität ist ein absolut regelmäßiger Zyklus eine Seltenheit! Ein paar Ausrutscher im Zyklusgeschehen bedeuten demzufolge noch lange nicht, dass man unter krankhaften Zyklusstörungen leidet!
Manchmal bedingen Kleinigkeiten im Leben einer Frau Schwankungen im weiblichen Zyklus, die nicht weiter beunruhigend, sondern physiologisch sind. Dazu gehören:

  • Stress
  • Erkältungen, Krankheiten
  • Diäten
  • körperliche Belastung
  • nach einer Schwangerschaft, in der Stillzeit oder nach einem Abort (Schwangerschaftsabbruch)
  • nach dem Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln
  • Reisen, Zeitverschiebungen, Klimaveränderungen
  • usw.

Auch bei jungen Mädchen, deren Zyklus sich erst noch einspielen muss, oder vor den Wechseljahren sind Abweichungen im Zyklusgeschehen keine ungewöhnliche Sache! Am stabilsten ist der weibliche Zyklus im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Fazit zu Unregelmäßigkeiten im weiblichen Zyklus:
„Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen sind klinisch betrachtet keine Seltenheit und können als normal betrachtet werden!“ – Nur wenn Zyklusstörungen von anhaltender Dauer sind und keine Lebenssituation besteht, welche diese erklärt, spricht man von tatsächlichen Zyklusstörungen!

Tatsächliche Zyklusstörungen stellen ein mögliches Krankheitsanzeichen dar und bedürfen ärztlicher Aufklärung! Zu Erkennen ist dies bei auffälligen Störungen im Blutungsrhythmus und ungewöhnlichen Veränderungen in der Blutungsstärke, wie z.B. sehr starke Regelblutungen (Hypermenorrhoe), auffällig schwache Regelblutungen (Hypomenorrhoe) oder Zwischenblutungen (Metrorrhagie). Auch besonders schmerzhafte Regelblutungen sollten Anlass für einen Arztbesuch sein.
Zur besseren Diagnostik beim Arzt sollte ein Zykluskalender mit den wichtigsten Zyklusdaten geführt werden:

  • Beginn der Menstruation
  • Stärke der Menstruation
  • Dauer der Menstruation
  • sonstige Auffälligkeiten (z.B. Schmerzen, Zwischenblutungen)
  • Verlauf der Basaltemperatur (falls vorhanden)

Pathologische – d.h. krankhafte – Zyklusstörungen haben immer irgendeine Ursache! Meistens sind diese hormoneller Art (z.B. bei Störungen der endokrinen Drüsen). Es können auch körperliche Gründe dahinterstecken (z.B. Endometriose, Ovarialzysten).

Oftmals sind die Gründe für Zyklusstörungen beim Arzt rasch gefunden. Ist dies leider nicht der Fall, sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen! Gegebenenfalls ist es hilfreich, sich eine zweite Meinung einzuholen. Mediziner sind auch nur Menschen! Und der menschliche Körper ist nun mal kompliziert! Auch gibt es Frauenärzte, die zusätzlich auf dem Gebiet der Naturheilkunde spezialisiert sind. Diese denken bisweilen um eine andere Ecke.

Mit einem persönlichen Beispiel aus meinem Zyklusleben möchte ich verdeutlichen, wie lohnenswert es sein kann, Zyklusstörungen auf den Grund zu gehen:
Mein Zyklus war in der Vergangenheit alles andere als eine regelmäßige Angelegenheit. Sämtliche Bemühungen meinerseits, daran etwas zu ändern, endeten in einer hormonellen Behandlung, die meinen natürlichen Zyklus schlafen legte.
Mittlerweile weiß ich, dass eine versteckte Schilddrüsenunterfunktion, ausgelöst durch einen Eisenmangel, die Ursache für meine Zyklusstörungen war. Eine simple Blutspende brachte das Gleichgewicht durcheinander – wie soll man so etwas auch ahnen? :/ Viele Jahre später kehrten die Unregelmäßigkeiten massiv zurück. Dieses Mal waren zu starke Regelblutungen einer Kupferspirale Schuld daran. Endlich erkannte ich Problem und Lösung.
Seither erfreue ich mich an der neu gewonnenen Regelmäßigkeit in meinem weiblichen Zyklus. Die Erkenntnis kam spät, ja, aber es hat sich gelohnt!  🙂
(Rechtlicher Hinweis: Zyklusstörungen sind vielfältiger Natur und mein persönliches Beispiel kann nicht als Grundlage für eigene Beschwerden dienen und ersetzt somit keinen Arztbesuch!)

Was bedeutet ein unregelmäßiger Zyklus bei der natürlichen Familienplanung (NFP)?

Ein häufiges Vorurteil bei der NFP ist der Glaube, dass diese bei Zyklusunregelmäßigkeiten nicht angewendet werden kann. Das stimmt nicht ganz! Werden bei der natürlichen Familienplanung die unfruchtbaren Tage streng nach symptothermalen Regeln bestimmt, kann problemlos eine sichere Auswertung erfolgen!

Wie wir nun wissen, sind Abweichungen in der Zykluslänge durchaus normal und nicht immer Zeichen eines krankhaften Zustands. Wäre die natürliche Familienplanung bereits bei solch kleinen physiologischen Zyklusschwankungen nicht möglich, so könnte kaum eine Frau mit dieser Methode verhüten! Trotzdem gilt die symptothermale Methode als sehr sicher! Wie lässt sich das erklären?

Ganz einfach: Im allgemeinen wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die natürliche Familienplanung rein auf Berechnungen basiert und durch Abweichungen in der Zykluslänge keine sichere Verhütung stattfinden kann! Das alleinige Ausrechnen der fruchtbaren Tage, basierend auf vergangene Zyklen, ist tatsächlich riskant, dem kann ich nur zustimmen!
Bei der symptothermalen Methode jedoch werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage nicht stur nach Berechnung festgelegt. Vielmehr wird die angenommene fruchtbare Zeit durch die Selbstbeobachtung von mehreren Körperzeichen im jeweils aktuellen Zyklus ermittelt. Auf Abweichungen in der Zykluslänge und Verschiebungen des Eisprungs ist die symptothermale Methode vorbereitet!
Veränderungen in der Zykluslänge bewirken eine Verschiebung der fruchtbaren Phase. Deshalb verlängert sich bei verspätetem Eisprung der Zeitraum, in der Fruchtbarkeit angenommen werden muss, und der Anteil an sicher bestimmbaren unfruchtbaren Tagen wird geringer.
Erst wenn im aktuellen Zyklus ein Eisprung durch doppelte Kontrolle bestätigt wurde, schließt sich bis zum Zyklusende eine sicher unfruchtbare Phase an. Doppelte Kontrolle bedeutet das Feststellen einer Temperaturhochlage mit dem Basalthermometer und ein Rückgang des Zervixschleimsymptoms. Dadurch soll eine größtmögliche Sicherheit erreicht werden!

Zyklusunregelmäßigkeiten stellen bei der symptothermalen Methode erst dann ein Ärgernis dar, wenn sie zu einem dauerhaften Zustand werden und sich ein normaler Zyklus überhaupt nicht mehr einstellt. Zwar ist die symptothermale Methode dennoch anwendbar, doch kommt es eventuell zu langen, potentiell fruchtbaren Phasen, welche die Akzeptanz für diese Verhütungsmethode selbstverständlich mindern.

Und wenn kein Eisprung festgestellt werden kann?
Im normalen Zyklusverlauf kommt es eher selten vor, dass der Eisprung ausbleibt und keine Temperaturhochlage erfolgt. Allerdings können auch zu wenig gültige Messwerte eine klar erkennbare Hochlage unmöglich machen, beispielsweise durch Krankheit oder Messfehler. Zur Sicherheit entfällt in solch einem Fall die unfruchtbare Phase am Zyklusende und es muss statt dessen von Fruchtbarkeit ausgegangen werden.

Wer nun behauptet, die symptothermale Familienplanung sei riskant, hat sich entweder nicht mit der Thematik befasst oder das Prinzip nicht verstanden.


Fazit zu Zyklusstörungen bei natürlicher Familienplanung:

Zyklusstörungen müssen bei der symptothermalen Verhütung kein Problem darstellen! Tun sie es dennoch, ist es lohnenswert, nach den Ursachen zu suchen. Jede Frau sollte sich gründlich in ein von Ärzten anerkanntes Regelwerk der NFP einlesen, um auch bei Zyklusunregelmäßigkeiten „sicher“ zu sein.


Letzte Aktualisierung: 26.10.2017

Quelle: Natürliche Familienplanung heute, Raith-Paula, Frank-Herrman, Freundl, Strowitzki, 5. Auflage 2013, Springer Verlag


Bitte beachtet den rechtlichen Hinweis zu gesundheitlichen Themen: Die Nutzung der auf meinem Blog bereitgestellten Inhalte und Erfahrungswerte ersetzt keinen Arztbesuch (siehe Disclaimer)!
Rund um Verhütung & Co. inklusive komplettem Erfahrungsbericht zur Pille, Kupferspirale und alternativen Verhütung (NFP): Hier